Kuckucksuhren

Original Schwarzwald Kuckucksuhren

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Was ist eine Kuckucksuhr?

"Eine Kuckucksuhr ist eine Wanduhr, bei der zur halben und zur vollen Stunde die Figur eines Kuckucks herauskommt, und sein typischer Ruf zu hören ist."

So einfach klingt die Definition f√ľr diese ungew√∂hnlichen Uhren, die traditionell im Schwarzwald gefertigt werden, und auf der ganzen Welt bekannt und beliebt sind.

Eine optische Herausforderung

Unverkennbar ist das Geh√§use, das seit Mitte des 19 Jhd. einem Bahnw√§rterh√§uschen mit Schr√§gdach nachempfunden ist und nicht, wie man vielleicht vermuten k√∂nnte, einem Schwarzwaldhaus nachgebaut wurde. Verziert wird es mit verschiedenen Holzornamenten, die meist farblich gestaltet sind. Diese Wanduhren besitzen ein Pendelwerk mit Kettenzug und sind mit einem Schlagwerk ausgestattet. Dieses sorgt daf√ľr, dass nicht "normale Musik", sondern der Kuckucksruf als akustisches Zeitsignal erklingt. Der meist aus Holz geschnitzte Vogel sitzt beweglich im Geh√§use auf einem Drehgest√§nge hinter einer Klappe, die wie ein kleines T√ľrchen gestaltet ist. Nat√ľrlich erh√§lt auch der Kuckuck einen bunten Anstrich und sein Schnabel, der beweglich ist, gibt dem Ganzen einen lebendigen Ausdruck. Die ganze Konstruktion ist √ľber dem Zifferblatt angebracht und das V√∂gelchen wird zu jeder vollen, manchmal zus√§tzlich auch noch zu jeder halben Stunde, herausgeschwenkt.

Wie entsteht der typische Ruf?

Im Inneren dieser speziellen Wanduhr wird ein Paar unterschiedlich hoher Blaseb√§lge angebracht. Das Uhrwerk hat √Ąhnlichkeit mit einem herk√∂mmlichen Schlaguhr-Werk. Zus√§tzlich besitzt es die sogenannte Vogelstange, eine schwenkbare Konstruktion, die den Kuckuck bei Schlagausl√∂sung in Richtung Klappe bewegt. √úber ein Drahtgest√§nge werden zeitversetzt die, mit kleinen Gewichten ausgestatteten, Blaseb√§lge angehoben und wieder losgelassen. Der dadurch entstehende Luftzug wird in eine kleine Pfeife geleitet, wodurch ein Ton erzeugt wird, erst der hohe und dann der tiefe. Wenn die T√∂ne im richtigen Abstand zueinander liegen, entsteht der typische Ruf.

Woher kennt der Kuckuck die Zeit?

Im Werk befindet sich ein Stufenrad mit 12 Stufen, das mit dem Ausl√∂ser f√ľr den Kuckuck gekoppelt ist. Das Gewicht am Uhrwerk-Kettenzug bewegt sich best√§ndig nach unten, wodurch die Schlagausl√∂sung blockiert ist. Steht allerdings der Minutenzeiger auf der Zahl zw√∂lf, wird nach jeder vollen Stunde kurz diese Blockade gel√∂st. Je weiter die Zeit vorger√ľckt ist, desto tiefer f√§llt so der Ausl√∂ser.

Den Schwarzw√§lder Kuckucksuhren sieht man nicht an, welches raffinierte Innenleben sie besitzen. Aufgezogen werden m√ľssen sie, je nach Ausf√ľhrung und Modell, in einer Periode, die zwischen 24 Stunden und bis zu 8 Tagen dauern kann.

Die Historie

Der erste Kuckucksruf ist bereits um 1619 durch zwei unterschiedlich hohe Orgelpfeifen erzeugt worden. An einer Orgel angebracht, konnte der Kuckuck sogar beim Ruf Schnabel, Fl√ľgel und Schwanz bewegen.

Die Erfindung der Schwarzw√§lder Kuckucksuhr wird, etwas widerspr√ľchlich, zwischen 1742 und 1753 angegeben. Die jetzige √§u√üere Form ist durch einen Wettbewerb im Jahre 1850 entstanden, bei dem das "Bahnh√§usle" alle anderen Formen der damaligen Kuckucksuhren verdr√§ngte.

Ob als "Dauerbrenner", als Souvenir f√ľr Touristen aus der ganzen Welt oder f√ľr Liebhaber hier in Deutschland, die Kuckucksuhr ist etwas ganz Besonderes.

 


Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kuckucksuhr?
Wie funktioniert eine Kuckucksuhr?
Die historische Entstehungsgeschichte der Kuckucksuhr
Die deutsche Uhrenstraße
Kuckucksuhren, die im Schwarzwald hergestellt werden, haben ein Echtheitszertifikat. Was hat es damit auf sich?
Wie kann ich eine Kuckucksuhr selber bauen?

Wie funktioniert eine Kuckucksuhr?

Die Kuckucksuhr ist sicher eines der bekanntesten Mitbringsel aus einem Urlaub in Deutschland. Auch heute noch wird sie traditionell √ľberwiegend im Schwarzwald hergestellt. Inzwischen gibt es Kuckucksuhren auch in zahlreichen modernen Designs, die traditionelle Kuckucksuhr hat jedoch ein geschnitztes Geh√§use, meist in Form eines kleinen H√§uschens mit schr√§gem Dach.

Kuckucksuhren sind Pendeluhren mit Gewichten. Das schwingende Pendel l√∂st an seinem h√∂chsten Punkt einen Anker, so dass Zahnr√§der in Bewegung gesetzt werden k√∂nnen. Die typischen Gewichte an Ketten, die zur Pendeluhr geh√∂ren, zieht die Schwerkraft nach unten. Dadurch bewegen sich Zahnr√§der, die das Minutenrad jeweils um 1/60 Umdrehung drehen ‚Äď der Minutenzeiger r√ľckt vor. Nach einer vollen Umdrehung dreht das Minutenrad auch den Stundenzeiger weiter. Sind die Gewichte unten angekommen ‚Äď das ist je nach Uhrenmodell nach 24 Stunden oder 8 Tagen der Fall -, muss die Uhr aufgezogen werden. Dazu werden die Gewichte an ihren Ketten einfach wieder nach oben gezogen.

Zu der weltweiten Beliebtheit der Schwarzw√§lder Kuckucksuhren hat aber nat√ľrlich der Kuckuck gef√ľhrt, der meist zu jeder vollen Stunde mit seinem typischen Laut die Zeit angibt. Der mechanische Vogel sitzt hinter einer Klappe √ľber dem Ziffernblatt. Ist wieder eine Stunde vor√ľber, √∂ffnet sich das T√ľrchen, der Kuckuck wird herausgeschwenkt und ruft sein ‚ÄěKuckuck‚Äú entsprechend der Stundenzahl. Der Ruf wird bei den traditionellen Kuckucksuhren durch zwei Pfeifen mit unterschiedlich hohen T√∂nen erzeugt.

Damit der Kuckucksruf p√ľnktlich zu jeder Stunde ‚Äď manchmal auch halbst√ľndlich ‚Äď ert√∂nt, beherbergen Kuckucksuhren ein fein abgestimmtes R√§derwerk. Ausgel√∂st wird der Mechanismus durch ein so genanntes Stufenrad, das mit dem Stundenzeiger verbunden ist. Sobald der Minutenzeiger auf der Zw√∂lf steht, l√∂st sich eine Sperre und ein Ausl√∂serhebel f√§llt auf das Stufenrad, je nach Stellung des Stundenzeigers unterschiedlich tief. Dadurch ‚Äěwei√ü‚Äú der Kuckuck, wie oft er rufen muss. √úber weitere mechanische Verbindungen werden dann zwei kleine Blaseb√§lge angehoben und wieder losgelassen. Sie liefern die Luft f√ľr die Pfeifen, die erst einen hohen, dann einen tiefen Ton erzeugen ‚Äď der typische ‚ÄěKuckuck‚Äú-Ruf. Perfekt klingt er nur, wenn die Pfeifen im richtigen Abstand nacheinander ausgel√∂st werden. Es gibt allerdings auch Uhren, die mit nur einer Pfeife auskommen.

Zus√§tzlich zu den Pfeifent√∂nen kann √ľber eine Tonfeder auch noch ein Gong ert√∂nen und mit entsprechender Mechanik k√∂nnen andere Elemente der Uhr bewegt werden, wie V√∂gel oder Figuren.

Eine Variante der Kuckucksuhr bietet auch musikalische Unterhaltung. Zur vollen Stunde wird nach dem Kuckucksruf noch eine Musikwalze in Gang gesetzt, die ein Musikst√ľck abspielt. Bei anderen Modellen wird der Vogel beispielsweise durch tanzende Figuren ersetzt, die zum Klang der Musik zum Vorschein kommen. Noch komplexere Uhren aktivieren sowohl zur halben als auch zur vollen Stunde den Mechanismus und wechseln dann zwischen zwei Musikst√ľcken.

Die historische Entstehungsgeschichte der Kuckucksuhr

… ist bis auf die Verortung im Schwarzwald auch heute immer noch nicht eindeutig geklärt.

Franz Anton Kletterer wurde lange Zeit die Ehre des Erfinders zugesprochen. Der Uhrmacher aus dem Schwarzw√§lder-Dorf Sch√∂nwald suchte nach einer M√∂glichkeit, den Klang der Kirchenglocken, die regelm√§√üig die Uhrzeit verk√ľndeten, auf eine Uhr zu √ľbertragen. Er soll um 1730 eine Version gefertigt haben, f√ľr die er sich von Kalkanten der Kirchenorgel inspirieren lie√ü. Dieses Konzept der Lauterzeugung √ľbertrug er auf sein Modell der Kuckucksuhr, und erg√§nzte es optisch durch einen beweglichen Kuckuck, dessen Tonwiederholungen die exakte Uhrzeit markieren.

Wenig sp√§ter waren die Uhren in ganz Deutschland bekannt. Im Schwarzwald selbst war es w√§hrend der Wintermonate ein beliebter Wettstreit unter Nachbarn, sich gegenseitig mit immer diffizileren Motiven und Schnitzereien auf eigens gefertigten Kuckucksuhren zu √ľbertreffen.

Diese Hingabe f√ľhrte dazu, dass bereits Anfang des 19. Jahrhunderts in vielen Regionen des Schwarzwalds bis zu 80 Prozent der Bev√∂lkerung dem Uhrmacherhandwerk, besonders der Fertigung von Kuckucksuhren nachging. Der Winter wurde f√ľr die Produktion genutzt, und der Rest des Jahres f√ľr Handelsreisen und den Verkauf.

Viele der sogenannten ‚ÄěH√§usler‚Äú, wie sich Hersteller von Uhren im Schwarzwald damals nannten, wurden aufgrund der Geburtsfolge von der Erbfolge ausgeschlossen oder mussten sich mit einem kleinen, unwirtschaftlichen St√ľck Land abfinden. Die H√§usler mussten ein anderes Auskommen finden und machten aus ihrer Not eine Tugend. So entstand bereits um das Jahr 1690 ein ganzer industrieller Zweig im Bereich der Entwicklung und Herstellung von Uhren im Schwarzwald.

Simplere Modelle der Kuckucksuhr haben jedoch nachweislich schon Mitte des 17. Jahrhunderts existiert, also bevor die Herstellung von Uhren im Schwarzwald ein derart hohes Niveau erreicht hatte. Erstmals schriftlich erwähnt wird die Kuckucksuhr im 17. Jahrhundert in den Notizen von Philipp Hainofer, der wohl ein Modell im Besitz des August von Sachsen begutachten durfte.

Mit Sicherheit l√§sst sich also nur behaupten, dass die Schwarzw√§lder nicht nur beim Backen erfolgreich sind, sondern auch ein besonderes H√§ndchen f√ľr die Kunst des Uhrenmachens besitzen. Das zeigt sich vor allem bei der Betrachtung des Innenlebens einer Kuckucksuhr.

Darin imitiert ein System aus zwei hölzernen Pfeifen, einem Blasebalg und einer komplizierten Gewichtsmechanik den unverkennbaren Zwei-Noten-Ton des gewöhnlichen Kuckucks. An diesem Grundsatz hat sich bis heute auch nicht viel geändert, ganz im Gegensatz zu den mannigfaltigen Erscheinungsformen und Gestaltungsmöglichkeiten, die sich bis in die Sphäre der abstrakten Kunst erstrecken.

Warum aber gerade der Kuckuck als Vorbild? Der Vogel ist in Europa heimisch und diente lange Zeit als nat√ľrliche Zeitansage, bis er von professionellen Weckanrufen abgel√∂st wurde. Als Bote des Fr√ľhlings k√ľndigte er den Wechsel der Jahreszeiten an und weckte die Hoffnung auf besseres Wetter und erfolgreiche Ernten. Seine Laute waren also vielen Menschen bekannt und sie verbanden positive Erwartungen mit ihm - diesen Anspruch konnten wahrscheinlich nicht viele andere Tiere erf√ľllen.

In den Jahrhunderten seit Erfindung der Kuckucksuhr durchlief sie einige Entwicklungsphasen, aus der schlie√ülich zwei Prototypen hervorgingen: Das typischerweise mit Ornamenten verzierte Modell ‚ÄěBahnh√§usle‚Äú, das eine Reminiszenz an den Bau der Eisenbahnstrecke durch den Schwarzwald im Jahr 1860 verk√∂rpert. Und das traditionelle Modell ‚ÄěJagdst√ľck‚Äú, dessen schlichtes Haus mit dekorativen, handgeschnitzten Naturmotiven veredelt wird.

Kuckucksuhren stellten und stellen immer noch ein beliebtes Souvenir und Mitbringsel dar, dessen Charme sowohl Einheimische wie Touristen regelmäßig erliegen.

Die deutsche Uhrenstraße

Zu den mehr als 150 (jeweils auf ein bestimmtes Thema ausgerichteten) Ferienstra√üen in Deutschland, zu denen Sonderheiten wie die Fr√§nkische Bierstra√üe, die Deutsche M√§rchenstra√üe oder die Bayerische Eisenstra√üe z√§hlen, kam 1992 eine weitere attraktive Themen-Route hinzu. Engagierten Schwarzw√§lder B√ľrgern war es nach mehrj√§hrigen Vorbereitungsarbeiten gelungen, mit der Deutschen Uhrenstra√üe einen 320 km langen Rundkurs in ihrer Heimatregion zu schaffen, der Einheimischen und G√§sten bezugnehmend auf die reiche Uhren-Tradition des Schwarzwalds Kultur, Landschaft und Geschichte nahebringt. Das Signet der Deutsche Uhrenstra√üe zeigt eine Schwarzw√§lder Kuckucksuhr, die im typischen Bahnh√§usle-Stil hergestellt worden ist.

Zu den vielen Orten an der landschaftlich √ľberaus reizvollen Deutschen Uhrenstra√üe geh√∂ren im Uhrzeigersinn) Rottweil, Dei√ülingen, Trossingen, Villingen-Schwenningen, Titisee-Neustadt, St. M√§rgen, Furtwangen, Waldkirch, Triberg, St.Georgen und Schramberg.

Im Zentrum der Deutschen Uhrenstra√üe steht die Schwarzw√§lder Kuckucksuhr, deren Geschichte und Gegenwart auf vielen Stationen nachgesp√ľrt werden kann. So auch im an der Donau-Quelle liegenden 9.000-Einwohner-St√§dtchen Furtwangen, das mit dem Superlativ punkten kann, der Ort mit dem deutschlandweit gr√∂√üten Studentenanteil zu sein. An der 1850 als Uhrmacherschule gegr√ľndeten und 1971 Fachhochschulstatus erlangten Hochschule Furtwangen sind √ľber 6000 Studierende eingeschrieben. Zur Hochschule geh√∂rt auch das Deutsche Uhrenmuseum, in dem sich der interessierte Besucher auf 1400 qm Fl√§che in Deutschlands wichtigsten Museum auf diesem Fachgebiet √ľber die Entwicklung der Uhrmacherkunst und der Uhrenproduktion informieren kann. Dem Schwarzw√§lder Uhrenhandwerk mit seiner Tradition der ber√ľhmten Kuckucksuhr wird weiter Raum einger√§umt, aber auch andere Aspekte zum Thema ‚ÄěUhren‚Äú werden zugleich seri√∂s wissenschaftlich und anschaulich vorgestellt.

Die Ehre, die weltgr√∂√üte Schwarzw√§lder Kuckucksuhr zu beherbergen, geb√ľhrt Furtwangen unter anderem wegen ihrer auch f√ľr seine Wasserf√§lle (163 m hoch) bekannten Nachbarstadt Triberg. Im Ortsteil Schonachbach kann im Uhrenpark Eble eine hausgro√üe, begehbare Kuckucksuhr mit einem 20 qm gro√üen und sechs Tonnen schweren Uhrwerk bestaunt werden. In Triberg wurde √ľbrigens auch die weltkleinste Kuckucksuhr hergestellt.

Zu den zahlreichen einen Besuch lohnenden Museen an der Deutschen Uhrenstra√üe geh√∂ren auch das Deutsche Harmonikamuseum in Trossingen, das Klostermuseum in St. M√§rgen und das Stadtmuseum in Rottweil. In Rottweil, der √§ltesten baden-w√ľrttembergischen Stadt, mit dem Heilig-Kreuz-M√ľnster und dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Schwarzen Tor als Wahrzeichen, wird die Uhren-Thematik durch mehrere pr√§gnante Sonnenuhren in der Altstadt sowie die Salinenuhr im Salinenmuseum aufgenommen.

Der mit etwa 80.000 Einwohnern gr√∂√üte Ort an der Deutschen Uhrenstra√üe ist die Doppelstadt Villingen-Schwenningen. Besticht der Stadtteil Villingen vor allem durch seine mittelalterlichen Befestigungsanlagen, zu denen gut ein Dutzend T√ľrme und Tore geh√∂ren, kann Schwenningen mit gleich zwei Uhrenmuseen, darunter ein Uhrenindustriemuseum, aufwarten.

In der am beeindruckenden Titisee nahe dem Feldberg gelegenen ‚ÄěW√§lderstadt‚Äú Titisee-Neustadt kommen Modelleisenbahn-Fans in der M√§rklin-World Titisee auf ihre Kosten. Ebenso im Eisenbahnmuseum Schwarzwald von Schramberg. In Schramberg sollte der Uhrenstra√üen-Nutzer auch das Museum Erfinderzeiten besuchen. In diesem Auto- und Uhrenmuseum wird in einer Abteilung die 200-j√§hrige Geschichte der Schwarzw√§lder Uhrenproduktion dargestellt.

Wem nach der Beschäftigung mit Zeitmessgeräten der Sinn nach zeitloser Entspannung in der Schwarzwaldnatur ist, der kann im Uhrenstraßen-Ort St. Peter eine Wanderung auf dem 112 km langen Kandelhöhenweg Richtung Freiburg oder Waldkirch beginnen.

Kuckucksuhren, die im Schwarzwald hergestellt werden, haben ein Echtheitszertifikat. Was hat es damit auf sich?

Bewahrung der Tradition ‚Äď Die original Schwarzw√§lder Kuckucksuhr

Die Schwarzw√§lder Kuckucksuhren haben ihren Ursprung im 17. Jahrhundert. Zun√§chst komplett aus Holz gefertigt, wurden im 19. Jahrhundert zunehmend Messingzahnr√§der f√ľr das Uhrwerk verwendet. In Furtwangen entstand die erste Uhrmacherschule, die durch Weiterentwicklungen der Feinwerktechnik zusammen mit den Firmen, die im Schwarzwald Kuckucksuhren herstellten, deren weltweiten Erfolg begr√ľndete.
Eine original Schwarzwälder Kuckucksuhr soll etwas von der Behaglichkeit des Schwarzwaldes vermitteln. Deshalb besitzen sie bis heute ein rein mechanisches Uhrwerk und es werden keine Quarzuhrwerke oder Solarmodule eingebaut.

Das VdS Echtheitszertifikat

Der ‚ÄěVerein die Schwarzwalduhr‚Äú (VdS) hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Tradition fortzuf√ľhren und den Liebhabern der Kuckucksuhr zu garantieren, dass sie eine der echten Schwarzw√§lder Kuckucksuhren gekauft haben.

90% der Hersteller von Schwarzwalduhren haben sich mit Sammlern, Händlern und Lieferanten in diesem Verein zusammengeschlossen, der von Schonach aus arbeitet. Jedes Jahr werden mehr als 300.000 dieser originalen Uhren hergestellt und in die ganze Welt verkauft.
Um das Image der Uhren zu verbessern, veranstaltet der Verein jährlich die Wahl einer Kuckucksuhr des Jahres und beaufsichtigt die Vergabe des von ihm entwickelten Qualitätssiegels.

Die zertifizierten Uhren m√ľssen aus der Triberger Gegend oder aus der Gegend Titisee-Neustadt stammen. Neben dem Herkunftsnachweis gelten auch weiterhin nur rein mechanisch arbeitende Uhren als original. Ziffernblatt und Zeiger sind wie das Geh√§use aus Holz. Die Schnitzarbeiten werden detailliert und tief ausgef√ľhrt und beim Ruf bewegt der Kuckuck seine Fl√ľgel. Wird eine Uhr mit Musik gefertigt, werden die Melodien nicht digital abgespielt, sondern von einem mechanischen Spielwerk.
Jedes Einzelteil wird ebenfalls im Schwarzwald hergestellt. Nur die Uhrmacher im Schwarzwald, die diese Voraussetzungen erf√ľllen, k√∂nnen f√ľr ihre Uhren das VdS-Zertifikat bekommen. Damit ist gew√§hrleistet, dass jede Uhr ein Unikat und zu hundert Prozent Handarbeit ist. Au√üerdem steht f√ľr jede originale Uhr ein weltweiter Service f√ľr Reparatur und Restauration zur Verf√ľgung. Zudem ist im Uhrwerk der Name des jeweiligen Herstellers eingraviert.

VdS ‚Äď Ein internationales Zertifikat

Das Design des VdS-Zertifikats stammt von dem Schonacher K√ľnstler Benno Gasche. Es ist zweisprachig in Deutsch und Englisch gehalten. Mit diesem Siegel ist es f√ľr die K√§ufer leicht, original Kuckucksuhren von Souvenirmassenware aus Osteuropa und Asien zu unterscheiden. Das Zertifikat garantiert, dass es sich um eine traditionell mechanische Schwarzwalduhr handelt, die Urspr√ľnglichkeit und qualitativ hochwertige Handwerkskunst in sich vereint.

Wie kann ich eine Kuckucksuhr selber bauen?

Die Schwarzw√§lder Kuckucksuhr hat eine lange Tradition und erlebt heute eine Renaissance. Die klassische Schwarzwald-Uhr ist meist eine Wanduhr mit Pendelzug. Charakteristisch ist der Kuckuck, der meist zu jeder vollen Stunde hinter einer T√ľrklappe und hervorkommt und ein akustisches Signal von sich gibt. Die traditionelle Uhr aus dem Schwarzwald hat die Form eines Bahnw√§rterh√§uschens mit √ľppigem Pflanzen- und Tierdekor. Wenn Sie eine Kuckucksuhr selber basteln m√∂chten, dann k√∂nnen Sie sich an der klassischen Gestaltung orientieren oder die traditionellen Bestandteile mit modernem Design kombinieren. Wenn Sie ein individuelles Accessoire f√ľr Ihre Wohnung ben√∂tigen, dann ist eine selbst gebaute Schwarzw√§lder Uhr der Blickfang.

Sie m√ľssen nicht unter die Uhrmacher gehen, sondern k√∂nnen das Uhrwerk im Zubeh√∂rhandel f√ľr Elektronikwahren erwerben. Beim Rohmodell k√∂nnen Sie auf einen fertigen Bausatz zur√ľckgreifen, sich an einer Bastelanleitung orientieren oder den Korpus selbst bauen.

Bausatz und Bastelanleitung

Zum Bau einer Kuckucksuhr gibt es fertige Baus√§tze aus Holz. Hier m√ľssen Sie nur die Einzelteile verleimen und das Uhrwerk einbauen. Wenn Sie selbst gerne zur S√§ge greifen, k√∂nnen Sie eine Bastelanleitung aus dem Internet herunterladen. Als Holz k√∂nnen Sie das traditionelle Lindenholz verwenden oder anderes Weichholz wie Pappel oder Weide. Den Papierzuschnitt k√∂nnen Sie mit einem Papierklebestift oder Spr√ľhkleber auf dem Holz fixieren und anschlie√üend mit einer Laubs√§ge herausarbeiten.

Bei beiden Varianten können Sie das Dekor mit eigenen Ornamenten ergänzen und das Holz ganz nach Ihrem Geschmack lackieren oder beizen.

Anstatt mit Holz k√∂nnen Sie auch mit Pappe oder Wellpappe arbeiten - Materialien, die ganz im Trend der Zeit liegt. Nach Wunsch k√∂nnen Sie die Pappe sp√§ter mit Deko-Papier bekleben. Das Arbeiten mit Papier eignet sich besonders gut f√ľr Kinder, die sich damit Ihre ‚Äěeigene‚Äú Uhr basteln k√∂nnen.

Alte Uhr umgestalten

Eine Alternative zum Bausatz ist der Umbau einer alten Kuckucksuhr. Vielleicht haben Sie eine Uhr geerbt, die nicht so recht zu Ihrer Einrichtung passt oder Sie erwerben sie auf dem Flohmarkt oder im Internet. Hier haben Sie den Vorteil, dass Sie kein Uhrwerk kaufen und einbauen m√ľssen. Die Ornamente k√∂nnen Sie vorsichtig entfernen und anschlie√üend durch eigene Kreationen ersetzen und farblich gestalten. Wenn Sie den Kuckuck austauschen, m√ľssen Sie nur darauf achten, dass Gr√∂√üe und Gewicht mit dem Original √ľbereinstimmen.

F√ľr Individualisten

Eine Kuckucksuhr k√∂nnen Sie aber auch ganz nach Ihren eigenen Vorstellungen bauen und gestalten. Sie k√∂nnen dabei vom klassischen Design abweichen und anstelle eines H√§uschens mit Spitzdach eine andere Form w√§hlen, wie Rechteck oder Quadrat. Achten Sie aber darauf, dass der Kuckuck und das Ziffernblatt gen√ľgend Bewegungsfreiheit haben. Auch beim Material sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Sie k√∂nnen mit Voll- oder Sperrholz arbeiten oder mit Pappe. Den Korpus k√∂nnen Sie mit Stoff, buntem Papier oder Filz verkleiden und mit Strass, Perlen oder Klebefiguren dekorieren.