Schneekugeln

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist eine Schneekugel?
  • Zur Geschichte der Schneekugel
  • Heutige Erscheinungsformen und Motive
  • Wie funktioniert eine Schneekugel?
  • Eigene Schneekugel herstellen

Was ist eine Schneekugel?

Eine Schneekugel besteht klassischerweise aus einem Sockel, auf dem ein kugelförmiges, durchsichtiges Behältnis (typischerweise aus Glas) fest angebracht ist, welches wiederum mit Wasser gefüllt ist. Im Glas befindet sich eine Miniatur - Personen, Figuren, Landschaften, Gebäude oder eine Stadt - sowie weiße Partikel, die sich am Boden absetzen. Wird die Schneekugel geschüttelt und dann wieder hingestellt, wirbeln die weißen Partikel zunächst durch das Wasser und setzen sich dann langsam wieder am Boden ab. Dadurch wird die Illusion erzeugt, dass Schneeflocken auf die Miniatur fallen. Traumhaft schön… nicht nur an Weihnachten!

Die Geschichte der Schneekugel

Wann genau die erste Schneekugel entstand, ist nicht belegt. Ihre Entwicklung scheint aus mehreren Richtungen beeinflusst zu sein. Eine der ersten belegbaren Schneekugeln war im Rahmen der Weltausstellung in Paris im Jahre 1878 zu sehen. Ein Mann mit aufgespanntem Regenschirm war die darin enthaltene Figur. Ab 1879 gab es mindestens fünf verschiedene Unternehmen, die Schneekugeln in Masse produzierten und in ganz Europa verkauften. Die Popularität der Schneekugel erreichte einen ersten Höhepunkt zur Weltausstellung 1889, als der neu gebaute Eiffel-Turm als Motiv Verwendung fand. Die Verbreitung von Frankreich aus legt nahe, dass der Ursprung hier von Briefbeschwerern ausgeht.

Das erste Patent für eine Schneekugel wurde Ende des 19. Jahrhunderts allerdings vom Österreicher Erwin Perzy eingereicht. Ursprünglich wollte Perzy eine besonders helle Lichtquelle entwickeln, um Chirurgen ihre Arbeit zu erleichtern. Dafür verwendete er eine bereits bekannte Schusterkugel, ein kugelförmiger, mit Wasser gefüllter Kolben, in den eine Lichtquelle gesetzt wurde, um den Arbeitsplatz eines Handwerkers besser auszuleuchten. Um die Lichtreflexion zu verstärken, experimentierte Perzy mit verschiedenen Materialen, die als Partikel im Wasser schwammen.

Die wirbelnden Späne erinnerten Perzy an Schnee und so funktionierte er seine Erfindung um. Er baute ein winziges Modell der Basilika von Mariazell und brachte sie in die Kugel ein. Dieses erste Modell ließ Perzy von einem Freund an dessen Andenkenstand ausstellen, wo die Kunden lebhaftes Interesse daran zeigten. Im Jahr 1900 gründete Perzy zusammen mit seinem Bruder ein Unternehmen und vertrieb seine patentierten Schneekugeln. Für die Modellierung der Figuren entwickelten sie zudem eine besondere Metalllegierung. Das Unternehmen existiert bis heute.

Man weiß nicht genau, wann und von wem die erste Schneekugel hergestellt wurde. Eine der ersten, bekannten Kugeln ist eine wassergefüllte Glaskugel mit Vögeln aus dem Jahre 1572, die der Alchimist Leonhard Thurneysser von der Grimnitzer Glashütte anfertigen ließ.

Heutige Erscheinungsformen und Motive

Erscheinungsformen und Motive sind ausgesprochen vielfältig. Der klassische Aufbau mit Sockel und gefüllter Glaskugel ist auch heute noch anzutreffen. Die Größen reichen von sehr kleinen Kugeln bis zu größeren, schweren Kugeln. Insbesondere in der Massenproduktion sind zudem Varianten verbreitet, die nicht mehr dem klassischen Aufbau folgen und keinen Sockeln mehr mitbringen. Diese Schneekugeln stehen meist auf einem simplen Plastikverschluss, die Kugelform ist eher eine Halbkugelform. Hier wird anstatt mit Glas häufig mit Kunststoff gearbeitet.

Auf der anderen Seite existieren auch Varianten, die mit reichen Verzierungen daherkommen oder Spezialanfertigungen darstellen. Der Sockel bietet zudem Platz für ergänzende Verwendungen. So ist in einigen Schneekugeln zum Beispiel eine Spieluhr im Sockel eingelassen, die eine zum Motiv passende Musik abspielt, wenn die Kugel geschüttelt wird.

Gemäß dem Konzept sind Motive, die mit Weihnachten zu tun haben, sehr beliebt. Auch andere winterliche Motive sind sehr häufig anzutreffen. Aber wie auch die Beispiele aus der historischen Entwicklung zeigen, sind auch Sehenswürdigkeiten, Filmmotive oder einfache Figuren anzutreffen. Hier kann es vorkommen, dass der Schnee durch Glitzer ausgetauscht wird, so werden aus den Schneekugeln auffällige Glitzerkugeln.

Auf dem Markt finden sich Engel, Kirchen, Landschaften, Schneemänner sowie Comic- und Märchenfiguren. Die Funktion der Kugel liegt in ihrem Nutzen sowohl als Souvenir als auch als Kinderspielzeug. Liebhaber wie der bekannte Sammler Walter Benjamin schätzen den Wert von Schnee- und Glitzerkugeln als bekanntes und beliebtes Sammelobjekt.

Heute werden die kunstvoll gestalteten Wasserkugeln in die ganze Welt verkauft. Die größte Nachfrage kommt traditionell aus dem christlichen Kulturkreis. Hersteller wie das Familienunternehmen Perzy in Wien erfüllen auch individuelle Wünsche. So kann es vorkommen, dass sich die amerikanische Präsidentenfamilie in einer Schneekugel detailgetreu wiederfindet. An den Verkaufsraum ist übrigens ein Museum angeschlossen, das den Werdegang der Schneekugel und ihre Herstellungsweise vor Augen führt und mit unzähligen Exponaten aufwartet.

Wie funktioniert eine Schneekugel?

Schneekugeln sind folgendermaßen aufgebaut: Eine Kunststoffplatte, so beispielsweise aus Polystyrol, trägt fest verschweißt eine transparente Halbkugel aus Kunststoff. Am Anfang der Herstellung steht die Kunststoffplatte, auf die eine Figur oder Landschaft geklebt wird. Der "Schnee" besteht ebenfalls aus Kunststoffflocken oder -schnipseln, die durch Bedampfen äußerst fein und flitterig aussehen können. Sie werden mit einem Spatellöffel eingefüllt, ehe Bodenplatte und Inhalt mit der transparenten Halbkugel aus Plastik verschweißt werden. Anschließend kann die Kuppel der Kugel befüllt werden. Hierfür dreht man die Kugel auf den Kopf und füllt die Flüssigkeit durch ein kleines Loch in der Grundplatte ein. Bei der Flüssigkeit handelt es sich normalerweise um Wasser, das durchaus auch schäumen kann, sofern Tenside beigemischt sind. Im Anschluss an das Befüllen der Kugel mit Flüssigkeit lässt man sie auf dem Kopf stehen und gut temperieren, ehe die Öffnung auf dem Boden mit einem Stopfen verschlossen wird.

Übrigens: Die Dichte der Kunststoffflocken ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Ist sie kleiner als die Dichte von Wasser, bleiben die Flocken nämlich am "Himmel" der Schneekugelkuppel hängen.

Eigene Schneekugeln herstellen

Eine Schneekugel selbst zu gestalten, gelingt mit nur wenigen Materialien und ist ein echter Spaß für Kinder und Erwachsene. Die Zutaten dafür gibt es in jedem Bastelladen. Es muss nicht immer eine Halbkugel sein, die mit Glitzerstaub und Wasser gefüllt wird. Ein formschönes Glas mit einem dicht schließenden Deckel, in dem früher Gurken, Oliven oder Kompott konserviert war, ist ein passender Behälter und kann als Glaskugel dienen. Auch das Motiv der Schneekugel kann aus den eigenen Beständen ausgewählt werden: Kleine Figuren aus Kunststoff gibt es in den meisten Spielzeugkisten. Wer möchte, kann aus Knetmasse etwas formen. Weihnachtsmotive wie Schneemänner und Winterwelten gehören zu den häufigsten Themen für Schneekugeln. Doch Fußballfans, Märchen- oder Tierliebhaber werden bestimmt noch mehr Ideen für die Gestaltung einer ganz persönlichen kleinen Glitzerwelt haben.

Wenn Sie oder Ihre Kinder ein Lieblingsmärchen haben, können Sie die entsprechenden Figuren in eine märchenhafte Szene einbinden. Oder wie wäre es mit einem kleinen Aquarium mit Steinchen, Muscheln und Korallen oder einer idyllischen Berglandschaft mit Bäumen und Tieren? Anstelle von Gegenständen können Sie auch ein Foto als Deko verwenden, indem Sie es mit einer entsprechenden Vorrichtung am Boden befestigen. Damit erhalten liebe Freunde und Familienmitglieder einen ganz besonderen „Rahmen“.

Anleitung für eine Schneekugel aus Glas

Zuerst wird die Figur in den Deckel des Glases geklebt. Anschließend kann das Wasser in das Glas gefüllt werden. Dann werden das Spülmittel und der Schnee in das Wasser gemischt. Zuletzt wird der mit dem Klebstoff bestrichene Deckel aufgeschraubt. Das Glas darf erst nach dem Aushärten des Klebstoffs gedreht werden. Bei dieser Ausführung kann nachträglich kein Wasser aufgefüllt werden.

 

Anleitung für eine Schneekugel aus Kunststoff

Zuerst wird die Bodenplatte gestaltet. Dann kann die Rille der Bodenplatte mit Klebstoff gefüllt werden. Das Oberteil und die Bodenplatte werden zusammengesetzt. Bevor die Flüssigkeit eingefüllt wird, muss der Klebstoff gut ausgehärtet sein. Da die Bodenplatte einen Stöpsel besitzt, lässt sich das Wasser nachfüllen. Während das Gurkenglas nichts kostet, ist die Investition für eine Kunststoffkugel entsprechend höher.

Mit welcher Flüssigkeit wird die Kugel gefüllt?

Um die Kugel mit einer Flüssigkeit zu füllen, eignet sich destilliertes Wasser. Durch einen Schuss Glyzerin (aus der Apotheke) oder alternativ einen Tropfen Spülmittel schweben die Schnee- oder Glitterpartikel besser in der Flüssigkeit.

Aus welchen Materialien bestehen die Figuren in der Glaskugel?

Die Figuren in der Kugel können aus einer Modelliermasse selbst hergestellt werden. Natürlich lassen sich auch fertige Figuren aus Kunststoff verwenden. Es empfiehlt sich den Gegenstand nicht zu groß und nicht zu klein auszuwählen. Also lieber vorher schon einmal mit dem Glas zusammen testen.

Aus welchem Material bestehen die Schneeflocken?

Es gibt kleine mit Schnee, Glitter oder Sternchen gefüllte Röhrchen. Diese Materialien sorgen für positive Ergebnisse und verteilen sich gut in der Flüssigkeit.

Welcher Klebstoff eignet sich für Schneekugeln?

Der Klebstoff muss wasserfest sein, so wie er im Modellbau verwendet wird.

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