Spieldosen

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Spieldosen

Inhaltsverzeichnis

> Was ist eine Spieldose?

> Welche verschiedenen Arten von Spieldosen gibt es?

> Welche Komponenten werden in einer Spieldose verbaut?

> Wann und wo entstand die Spieldose?

> Wie funktioniert eine Spieldose?

> Was haben Spieldosen mit Weihnachten zu tun?

Was ist eine Spieldose?

Die Magie der Spieldosen - eine lange Geschichte

Die ersten Spieluhren hatten noch nicht viel mit Weihnachten zu tun. Sie wurden √§hnlich der Taschenuhren aus dem fr√ľhen 16. Jahrhundert konstruiert. Die Uhrengeh√§use, kleine Meisterwerke der Uhrmacher- und Goldschmiedekunst, geh√∂rten zu den Statussymbolen der Adligen.

Der Genfer Uhrmacher Antoine Favre-Salamon erfand 1796 die ‚Äěklingende Stahlzunge‚Äú, brachte sie in eine Taschenuhr ein, und schuf damit die erste musizierende Spieluhr, die mechanisch eine Tonfolge erzeugen konnte. Die T√∂ne entstanden durch Schwingungen eines Stahlkamms in Ber√ľhrung mit einer Metallstiftwalze, die als Tontr√§ger diente. Das Spielwerk befand sich in einem kleinen Zinngeh√§use.

Sp√§ter wurde die Mechanik von geringer Gr√∂√üe auch in Siegelringe und Schnupftabakdosen und in kleine Gebrauchsgegenst√§nde eingebracht. Walzenspieldosen, wie man sie heute noch kennt, wurden etwa ab 1820 produziert. Die Tonzungen wurden jetzt nicht mehr einzeln oder in Segmenten angefertigt, sondern konnten als Kamm in einem St√ľck gefertigt werden.

Die feinen Kammzinken (Tonzungen) unterschiedlicher L√§nge ber√ľhren die in bestimmten Abst√§nden aufgebrachten Erhebungen auf dem Metallzylinder der Walze, die mit einer kleinen Handkurbel oder √ľber einen Federantrieb in Gang gesetzt wird. Die Schwingungen der unterschiedlichen Metallzungen erzeugen die Kl√§nge und folgen der Melodie auf der Walze in erstaunlicher Pr√§zision. Bis zu 6 Melodien konnten auf diese Weise abgespielt werden.

Fortschritt macht die Spieldose komfortabel

Etwa ab 1850 wurden die Walzen austauschbar und das Musikrepertoire konnte erweitert werden; allerdings immer nur f√ľr ein bestimmtes Modell. Eine Besonderheit war das Pianomodell, das mehrstimmig musizierte und bis zu 20 St√ľcke spielen konnte.

1886/1887 erfand der Leipziger Paul Lohmann die Plattenspieldose. Sie war einfacher und kosteng√ľnstiger zu produzieren. Mit einem speziellen Verfahren wurden L√∂cher entsprechend der Melodien radial in eine Metallplatte gestanzt, die auf einer Seite als Haken ausgebildet waren. Sie bringen den waagerecht liegenden Tonkamm mit Hilfe eines Zahnrades zum Klingen.
Ein wesentlicher Vorteil war die Austauschbarkeit der Platten, von denen eine allein bis zu 20 Melodien spielen kann. Damit wurde die Bevorratung f√ľr ein abwechslungsreiches Musikprogramm m√∂glich.

Holzschnitzkunst vom Feinsten kommt aus dem Erzgebirge

Die modernen kleinen Spieluhren sind in außergewöhnlicher Vielfalt auf dem Markt. Liebhaber dieser faszinierenden Klangkörper existieren weltweit. Umfangreiche Sammlungen bringen in der Schweiz, in den Niederlanden und in Deutschland die Betrachter zum Staunen.

Die kleinen Kunstwerke mit den zarten Kl√§ngen befinden sich heute in diversen Beh√§ltnissen aus Holz, Metall, Kunststoff oder Glas und Kristall. Auf dem Deckel aufgebracht sind Bilder, Inschriften oder bewegliche Fig√ľrchen, die sich zur Musik drehen. Die tanzende Ballerina ist wohl die bekannteste von ihnen.

Die Weihnachtszeit steht bei Spieldosen der Erzgebirgischen Volkskunst im Fokus. Das erzgebirgische Seiffen ist eine Hochburg der weihnachtlichen Spielzeuge, die dort √ľber das ganze Jahr Saison haben und weltweit begehrt sind. Spieldosen mit Weihnachtsmelodien und edel geschnitztem Engel oder anderen Figuren wie dem Weihnachtsmann oder Rentieren haben eine besondere Ausstrahlung. ‚ÄěRiesenexemplare‚Äú gibt es auf traditionellen Weihnachtsm√§rkten und verz√ľcken Kinder wie Erwachsene gleicherma√üen. In vielen Familien sind Spieluhren bei der Bescherung an Weihnachten nicht mehr wegzudenken. Ber√ľhmt und vielfach kopiert wurden auch die Weihnachtspyramiden mit unz√§hligen winzigen Details - manche mit eingebauter Spieluhr.

Meisterwerke der Holzschnitzkunst stellen ganze Miniaturlandschaften dar. Einzigartig sind die feinen Kreationen aus naturbelassenem Holz. Auch das bunte Riesenrad, das Karussell und kleine Szenen mit bewegten Fig√ľrchen ziehen Kinder und Erwachsene in ihren Bann und sogar Schneekugeln werden mit einem Spielwerk geliefert.

Im Onlineshop von K√§the Wohlfahrt finden Sie eine gro√üe Auswahl unterschiedlicher Spieldosen f√ľr die Weihnachtszeit. Schauen Sie sich um und st√∂bern Sie in unseren Angeboten.¬†¬†

Kleine technische Wunderwerke trösten Babys mit unvergesslicher Melodie

Spieluhren sind oft die ersten Begleiter von Babys und Kleinkindern. Aufmerksam lauschen sie der Tonfolge, wenn aus dem kuscheligen Teddy oder einem Betthäschen sanfte Musik und beruhigende Schlafliedchen erklingen oder lustige Figuren sich zu fröhlichen Kinderliedern bewegen.

An der Decke oder einer Lampe befestigt, drehen sich Mobiles beispielsweise mit Schmetterlingen, zwitschernden V√∂geln, dem Sandm√§nnchen oder einem Schutz-Engel. Die praktische Handhabung der Spieluhr erfolgt meistens √ľber einen kurzen Seilzug oder durch Knopfdruck, womit die Kleinen schon bald ihr Liedchen selbst√§ndig starten k√∂nnen.

Die unendliche Geschichte der mechanisch funktionierenden Musikinstrumente wird weiterleben und kleine sowie große Leute zu allen möglichen Anlässen, wie Geburtstag, Hochzeit oder an Festtagen wie zur Weihnachtszeit mit ihren feinen Klängen erfreuen und zum Träumen bringen.

Welche verschiedenen Arten von Spieldosen gibt es?

Mit der Erfindung der Spieldose erf√ľllte sich der Menschheitstraum von einem mechanisch betriebenen Instrument, das selbst√§ndig eine Tonfolge abspielt. Die erste Spieldose wurde um 1800 von dem Uhrmachermeister Antoine Favre in Genf erfunden und trat dann ihren Siegeszug um die Welt an. Das filigrane Musikinstrument wurde von vielen T√ľftlern weiterentwickelt und perfektioniert. Dabei haben sich zwei Arten von Spieldosen etabliert, die auf unterschiedlichen mechanischen Systemen basieren: die Walzen- und die Lochplatten-Spieldosen.

Walzen-Spieldose

Bei der Walzen-Spieldose wird die Abfolge der T√∂ne durch einen sogenannten Tonkamm erzeugt. Der Kamm wird aus Bronze oder Stahl gefertigt, wobei die einzelnen Zinken, die sogenannten ‚ÄěTonzungen‚Äú, aus dem Metall gefr√§st werden. Die Zungen haben unterschiedliche L√§ngen, die den Ton und die Tonlage erzeugen. Je l√§nger die Zunge, desto tiefer ist die Tonlage. Durch die Abstufung und die Anordnung kann jede Ton-Zunge auf den gew√ľnschten Ton abgestimmt werden.

Die Tonfolge wird erzeugt, indem die Tonzungen in Schwingung versetzt werden. Dies geschieht √ľber einen Zylinder, der mit Stahlstiften besetzt ist. Sobald sich die Tonwalze zu drehen beginnt, werden die Zungen mit den Stiften angerissen und zum Schwingen gebracht.

Die Walze wurde anfangs durch Handbetrieb mittels einer Kurbel angetrieben, bis sie von einem Federwerk abgel√∂st wurde. Das Federwerk wird, √§hnlich wie bei antiken Taschenuhren, mit einem Schl√ľssel aufgezogen oder mit einem Hebel, dem ‚ÄěRatschenaufzug‚Äú. Nachteil der Walzen-Spieldose ist das kleine Repertoire an Melodien, denn es k√∂nnen nur ca. sechs Musikst√ľcke abgespielt werden.

Lochplatten-Spieldose

Die Lochplatten-Spieldose ist eine Weiterentwicklung der Walzen-Spieldose und wurde von Paul Lochmann im Jahr 1886 in Leipzig erfunden. Lochmann √ľbernahm das Prinzip des Stimmenkamms, wobei dieser nicht mehr von einer Walze in Schwingung versetzt wurde, sondern von einer gelochten Platte. In die Stahlplatte werden kleine Haken gestanzt, die ein zahnartiges Rad antreiben. Die unterschiedlichen T√∂ne werden dabei durch die Anordnung auf der Platte definiert. Beim Antreiben des Zahnrades werden die Ton-Zungen leicht angerissen, wodurch die einzelnen T√∂ne erzeugen werden. Die Platte wird dabei durch einen Uhrwerksmechanismus angetrieben und in eine Drehbewegung versetzt.

Die Platten-Spieldose hat gegen√ľber der Walzentechnik mehrere Vorteile. Aufgrund des Stanzverfahrens k√∂nnen die Platten leichter und kosteng√ľnstiger hergestellt werden. Diese Spieldosen-Variante wird, √§hnlich wie bei den ersten Grammophonen, von einem kr√§ftigen Federwerk angetrieben, das mit einer Kurbel aufgezogen wird. Dar√ľber hinaus k√∂nnen die Platten leicht ausgetauscht werden. So konnte sich der Musikliebhaber vor der Erfindung des Plattenspielers bereits eine ‚ÄěPlattensammlung‚Äú zulegen. Die Platten-Spieldose wird daher auch als der ‚ÄěPlattenspieler des Kaiserreichs‚Äú bezeichnet.

Spieldosen sind zeitlose Handwerkskunst

Die mechanischen Klangk√∂rper waren die Instrumente ihrer Zeit und spiegeln die Technik und das Handwerk der Epoche wider. Dennoch erfreuen sich Spieldosen nach wie vor gro√üer Beliebtheit. W√§hrend die ersten Spieldosen in einfachen K√§stchen aus Holz in unterschiedlicher Gr√∂√üe untergebracht waren, haben Handwerksmeister bereits fr√ľh begonnen, aus den Spieldosen filigrane Musikinstrumente zu zaubern. Insbesondere im Erzgebirge, das f√ľr seine Handwerkskunst bekannt ist, wurde die Spieldose in die Volkskunst √ľbernommen und ist Teil der traditionellen weihnachtlichen Dekoration wie die Fl√ľgelpyramide, das R√§ucherm√§nnchen oder der Schwibbogen. Neben der liebevollen Gestaltung zeichnen sich die Objekte durch mechanisch einwandfreie Perfektion und durch ihren unverwechselbaren Klang aus. Im ‚ÄěSpielzeugwinkel‚Äú um die Stadt Seiffen hat sich das traditionelle Handwerk bewahrt. Spieldose und Spieluhr werden in phantasievolle Motive gekleidet, wie zum Beispiel M√§rchenfiguren oder Milieubildern aus dem Dorfleben. Besonders beliebt sind weihnachtliche Szenen wie Winterlandschaften, Engel, Krippen, der Weihnachtsmann bei einer Bescherung oder die Seiffener Kirche.

Welche Komponenten werden in einer Spieldose verbaut?

Die Spieldose ist ein mechanisches Musikinstrument, das selbsttätig ein Liedchen spielt. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Spieluhr. Denn Spieluhren sind mechanische Zeitmesser, die als Zusatzfunktion eine Tonfolge spielen. Besonders zur Weihnachtszeit sind die Melodien der Spieldosen beliebt, da sie Erinnerungen an vergangene Zeiten wachrufen. Im Wesentlichen setzen sich Spieldosen aus den folgenden Baugruppen zusammen.

Tonkamm

Der Tonkamm wird aus einem Stahlblech gefertigt und erzeugt die einzelnen T√∂ne durch unterschiedlich lange Stahlzungen. Er erinnert an einen Kamm mit verschieden langen Zinken, die aufgereiht sind wie Orgelpfeifen. Je l√§nger solch eine Stahlzunge ist, desto tiefer ist ihr Ton. Die Stahlzungen werden mechanisch angezupft. Damit die Zungen f√ľr die Basst√∂ne nicht zu lang sind, werden ihre Schwingungen durch angel√∂tete Bleigewichte verlangsamt.

Stiftwalze

Bei der Walzen-Spieldose zupft die Stiftwalze die Stahlzungen mit ihren Stiften an. Die Walze ist ein Messingrohr, das sich um die L√§ngsachse dreht. In diesen Zylinder sind die Stifte in Bohrungen eingepresst. Um die Stifte gegen Herausfallen zu sichern, k√∂nnen die Walzen mit einer zementartigen Masse ausgef√ľllt sein. Dies verleiht den Spieldosen gleichzeitig einen volleren Klang. Manche Walzen sind austauschbar, sodass unterschiedliche Melodien gespielt werden k√∂nnen. Eine Walze kann mehrere Melodien spielen, wenn die jeweiligen Stiftreihen nebeneinander angeordnet sind. Durch L√§ngsverschiebung der Walze wird dann eine andere Melodie gew√§hlt. Ben√∂tigt eine Melodie mehrere Walzenumdrehungen, sind die Stifte schraubenf√∂rmig versetzt, und die Walze wird beim Abspielen durch ein Schraubgewinde stetig l√§ngs verschoben.

Lochplatte

Bei der Lochplatten-Spieldose werden die Stahlzungen mit Hilfe einer runden Lochplatte angezupft, in die hakenartige Erhebungen gestanzt sind. Alle Haken mit dem gleichen Abstand zum Plattenmittelpunkt sind dabei f√ľr denselben Ton zust√§ndig. Wenn sich die Platte dreht, treiben die Haken Zahnr√§der an, die die Stahlzungen des Tonkammes anzupfen. Manche Lochplatten lassen sich austauschen, sodass unterschiedliche Melodien gespielt werden k√∂nnen. Lochplatten lassen sich wesentlich einfacher und billiger herstellen als Stiftwalzen.

Dämpfer

Wenn in einer Melodie zwei gleiche Töne zu schnell aufeinanderfolgen, wird beim zweiten Ton die noch schwingende Stahlzunge angezupft. Das kann ein kratzendes Geräusch erzeugen. Daher wird die Schwingung durch den Dämpfer schneller zum Abklingen gebracht. Das kann ein federnder Draht sein oder ein Kunststoffstreifen, der mit der Stahlzunge verbunden ist. Betroffen sind hauptsächlich tiefe Töne, da deren Stahlzungen länger schwingen.

Gehäuse

Das Gehäuse beeinflusst als Resonanzkörper den Klang der Spieldose wie bei Saiteninstrumenten entscheidend.

Antrieb

Die Spieldose wird √ľblicherweise per Handkurbel oder Federwerk angetrieben. Das Federwerk wird mithilfe eines Schl√ľssels, einer Ratsche oder eines Aufzugfadens aufgezogen.

Hemmung

Damit sich die aufgezogene Feder des Federwerkantriebs nur langsam entspannt, wird sie durch eine sogenannte Hemmung gebremst. Bei Walzen-Spielwerken wird dies meist durch den Windfang erreicht, der den Luftwiderstand sich schnell drehender Fl√ľgel ausnutzt. Bei aufwendigeren Konstruktionen wird die Abspielgeschwindigkeit zus√§tzlich durch Verdrehung der Fl√ľgel oder einen Fliehkraftregler geregelt.

Wann und wo entstand die Spieldose?

Traditionell werden sie zu Weihnachten aufgestellt: Spieldosen. Und nicht nur am heiligen Fest, u.a. während der Bescherung, haben sie ihren festen Platz, sondern auch in vielen Sammlungen und Museen findet man die oft äußerst liebevoll gestalteten Gehäuse mit meist sehr beeindruckendem Musikwerk im Inneren. Doch warum ist das so? Die klassische Spieldose gilt tatsächlich als ein Musikinstrument. Anders als eine Spieluhr, bei der es sich um eine mechanische Uhr handelt, die eine Melodie spielen kann, beinhaltet die erstgenannte ein sehr feines Musikwerk. Man unterscheidet zwei Typen von Spieldosen: Zum einen die mit Walzen betriebenen, zum anderen jene, die mittels Lochplatten betrieben werden.

Woher stammt die Spieldose und wer hat sie erfunden?

Erfunden wurde die erste mit Walzen betriebene Spieldose von dem Genfer Antoine Favre-Salomon kurz vor dem Ende des 18. Jahrhunderts. Spieldosen, wie wir sie heute noch lieben und kennen, wurden seit Beginn des 19. Jahrhunderts produziert. In der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts entwickelte Paul Lochmann, einer der Br√ľder der ber√ľhmten Gebr√ľder Lochmann-Werke in Leipzig, die erste mit Platten betriebene Spieldose. Da somit die manuelle Austauschbarkeit der Melodie m√∂glich wurde, traten diese Ger√§te sehr schnell in Konkurrenz mit den mit Walzen betriebenen Dosen.

Heute erfreuen sich insbesondere Fabrikate, die im Erzgebirge mit aufwendigen Designs aus Holz produziert wurden, national und international gro√üer Beliebtheit. Deren hochwertige und variantenreiche Gestaltung, ebenso wie die extrem feine Mechanik und verbunden mit einem unverwechselbaren Klang √ľberzeugen und faszinieren viele Menschen. Gerade zu Weihnachten erscheint eine derartige kleine Kostbarkeit das ideale Geschenk zu sein, das aber auch im Verlauf des restlichen Jahres immer als Souvenir an den Schenkenden erinnert.

Begehrtes Sammlerobjekt

Das Faszinosum Spieldose erfreut das Herz eines jeden Sammlers, der sich auf k√ľnstlerische Sammlerobjekte mit romantischem Ambiente spezialisiert hat. Ob teuer in der Anschaffung oder zuf√§llig durch einen Nachlass erhalten, der Sammler unterscheidet danach nicht in der Begehrlichkeit. Sowohl gro√üe, mannshohe Spieldosen, wie sie beispielsweise in Norddeutschland und den Niederlanden noch gern auf Rummelpl√§tzen aufgestellt werden, als auch feine, kleine Geh√§use mit aufwendigen Intarsien und Konstruktionen, die eine hohe Kunstfertigkeit im handwerklichen Bereich erfordern, sind reizvolle Objekte zum Sammeln. Auch die m√∂gliche Katalogisierung nach Epoche, Erbauer und Produktionsort (z. B. Schweiz oder Erzgebirge) sind weitere Anreize.

Warum sind Spieldosen bis heute so reizvoll?

Verkaufsplattformen des Internets, Antiquit√§tenh√§ndler oder Kleinanzeigen in den Zeitungen; √ľberall finden sich Angebote f√ľr mit Platten oder Walzen betriebenen Spieldosen aus verschiedenen Epochen. Sie werden als stilvolles und originelles Dekost√ľck, als etwas ganz Besonderes und auch als ein Gru√ü aus vergangener Zeit verstanden.

Wie funktioniert eine Spieldose?

Das wichtigste Element einer Spieldose ist der Tonkamm. Denn dieser erzeugt mit seinen Stahlzinken, den Ton-Zungen, die einzelnen Töne. Die Ton-Zungen haben unterschiedliche Längen und sind von kurz nach lang abgestuft, ähnlich wie Orgelpfeifen. Durch ihre Länge ist jede Ton-Zunge auf einen bestimmten Ton abgestimmt. Anders als die Spieluhr dient die Spieldose allein der Musik, die wegen ihres nostalgischen Anklangs besonders zu Weihnachten beliebt ist. Deshalb findet man Spieldosen auch häufig als Dekoration zur Weihnachtszeit. Spieluhren sind dagegen auch Zeitmesser.

Erzeugung der Melodie

Damit die Ton-Zungen klingen, m√ľssen sie schwingen. Dazu werden sie mechanisch angezupft. Das erledigt eine Tonwalze oder eine Lochplatte. Die Tonwalze ist ein sich drehender Zylinder aus Metall. Mit seinen Stahlstiften zupft er die Tonzungen an. Dagegen ist die runde Lochplatte mit hakenartigen Erhebungen versehen. Wenn sie sich dreht, treibt sie mit ihre Haken Zahnr√§der an, die die Tonzungen anzupfen. Der Klang wird schlie√ülich durch das Geh√§use entscheidend verbessert, da es als Resonanzk√∂rper wie bei einem Saiteninstrument wirkt.

Eine Melodie wird durch die richtige Anordnung der Stifte oder Haken erzeugt. Bei gegebener Drehgeschwindigkeit zupfen sie dann im richtigen Takt die gew√ľnschten T√∂ne an. Wenn ein Ton zweimal kurz hintereinander angezupft wird, schwingt die Tonzunge noch, wenn sie das zweite Mal angezupft wird. Das erzeugt einen unsch√∂n kratzenden Klang. Um dies zu verhindern, werden solche Tonzungen ged√§mpft, sodass sie schneller abklingen, oder es werden mehrere Tonzungen f√ľr denselben Ton verwendet.

Antrieb

√úblicherweise wird die Spieldose mit einer Handkurbel angetrieben oder wie eine mechanische Uhr von einem Federwerk. Aufwendige Spieldosen werden auch mit mehreren Federwerken ausgestattet. Damit sich die gespannte Feder nur langsam entspannt, wird sie wie bei einer Uhr durch eine sogenannte Hemmung abgebremst. Dies kann beispielsweise ein Windfang sein, der den Luftwiderstand von sich schnell drehenden Fl√ľgeln nutzt. Bei aufwendigen Mechaniken wird die Abspielgeschwindigkeit durch weitere Methoden konstant gehalten, etwa indem die Fl√ľgel ihre Anstellwinkel ver√§ndern oder durch einen Fliehkraftregler.

Mehrere oder längere Melodien

Wenn eine Spieldose mehrere Melodienfolgen spielen soll, ist ihre Walze oder Lochplatte austauschbar. Bei manchen Mechaniken ist dies automatisiert, indem mehrere Walzen √§hnlich dem Patronenlager eines Revolvers angeordnet sind. Wenn die Melodie einer Walze abgespielt wurde, wird automatisch die n√§chste in die Abspielposition gedreht. Es lassen sich aber auch mit einer einzigen Walze mehrere melodische Abfolgen spielen, wenn die Mechanik daf√ľr ausgelegt ist. In diesem Fall sind die Stiftreihen der verschiedenen Melodienfolgen nebeneinander angeordnet. Eine der Tonfolgen l√§sst sich ausw√§hlen, indem die Walze l√§ngs verschoben wird. Wenn eine Melodie mehrere Walzenumdrehungen ben√∂tigt, werden die Stifte schraubenf√∂rmig versetzt angeordnet. Beim Abspielen wird die Walze dann durch ein Schraubgewinde gleichm√§√üig l√§ngs verschoben.

Zusätzliche Klangeffekte

Besondere Klangeffekte lassen sich erzeugen, wenn die Spieldose zwei Tonk√§mme nutzt: Einen lauten und einen leisen. Dies wird durch dickere und d√ľnnere Tonzungen erreicht. Damit l√§sst sich wie bei einem Klavier die Lautst√§rke des Tons an die Melodie anpassen. Um besonders laute T√∂ne zu spielen, werden die entsprechenden Tonzungen beider K√§mme gleichzeitig gezupft.

Durch den Einbau anderer mechanischer Instrumente in die Spieldosen ergeben sich weitere M√∂glichkeiten, etwa durch kleine Glocken oder Trommeln. Noch mehr M√∂glichkeiten bietet ein kleines Harmonium. Seine Druckluft erh√§lt es von einem federgetriebenen Blasebalg. Da das Harmonium den Ton je nach Melodie beliebig lange halten muss, sind f√ľr dieses Instrument auf der Walze nicht nur Stifte gesetzt, sondern auch Br√ľcken. Manche Spieldosen sind mit einem kleinen Fl√∂tenwerk ausgestattet. Auf diese Weise l√§sst sich mit einer Spieldose ein kleines Orchester nachahmen.

Was haben Spieldosen mit Weihnachten zu tun?

N√ľchtern betrachtet sind Spieldosen mechanische Musikinstrumente in Miniaturausgabe. Solch eine Spieluhr ist allerdings kein reines Spielzeug f√ľr ein Baby oder Kinder - diesen Gedanken muss man sich sparen. Wenn man sie sich genauer betrachtet, handelt es sich dabei aber viel mehr um kleine Miniaturwelten und jede Spieluhr f√ľr sich erz√§hlt dabei eine eigene Geschichte. Mitte des 18. Jahrhunderts begann man in der Schweiz mit der Herstellung einfacher Zungenspielwerke. Damals noch musste jede einzelne Metallzunge einzeln hergestellt werden, erst ein paar Jahrzehnte war man so weit, dass man ganze Spielk√§mme produzieren konnte, und diese dann nur noch klangm√§√üig aufeinander abstimmen musste. Nach und nach entwickelten sich kleine K√§stchen, aus denen eine Melodie zu h√∂ren war. Erst ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts begann man mit der Produktion der heute bekannten Spieluhren, die auch zur Weihnachtszeit nicht fehlen d√ľrfen.¬†

Spieluhren aus Seiffen

Es dauerte nicht lange und auch die Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge entdeckten die Spieldosen f√ľr sich und begannen damit, kunstvollste Spieldosen aus H√∂lzern herzustellen. Die Motive waren damals noch ausschlie√ülich auf die Advents- und Weihnachtszeit bezogen. Demnach zierten Engel, Jesuskinder, und die heiligen 3 K√∂nige die kleinen Kunstwerke. Die Geburt Christi war und ist dabei das zentrale Thema geblieben. Die Herstellung erfolgt heute auf dieselbe Art wie damals. Dabei werden die einzelnen Holzscheiben mittels eines Drechslers vorgeschliffen und dann von Hand nachbearbeitet, bis eine der zauberhaften Figuren entsteht, die sp√§ter auf der Spieldose ihren Platz finden wird. Selbstverst√§ndlich erfolgt auch die Bemalung der Miniaturwelten noch von Hand.

Weihnachtliche Spieluhren immer noch hoch im Kurs

Mittlerweile gibt es Spieldosen bereits f√ľr jeden Anlass, jedoch sind sie zu Weihnachten am begehrtesten, da sie gerade in der Adventszeit besonders dekorativ wirken. Nicht selten zieren das Christkind, der Weihnachtsmann oder auch Rentiere die kunstvollen Volkskunstgegenst√§nde. Spieluhren eigenen sich sowohl als Dekorationselement, als auch als au√üergew√∂hnliches Geschenk und zaubern im Nu eine vorweihnachtliche Atmosph√§re in die eigenen vier W√§nde. Au√üergew√∂hnlich beliebt ist auch die Schneekugel, deren bezaubernde Winterlandschaft zum Leben erweckt wird, sobald die Spieluhr sich beginnt zu drehen. Wenn dann noch eine liebliche Weihnachtsmelodie erklingt, merkt man, dass die Spieluhr von damals wirklich nichts von ihrer Faszination eingeb√ľ√üt hat.