Schwibbögen

Inhaltsverzeichnis

> Was versteht man unter einem Schwibbogen?

> Welche verschiedenen Arten von Schwibbögen gibt es?

> Woher kommt historisch gesehen der Schwibbogen und was symbolisiert er?

> Was ist der Unterschied zwischen einem Schwibbogen und einer Lichterspitze?

> Aus welchen Materialien bestehen Schwibbögen in der Regel?

> Wie kann ich einen Schwibbogen selbst bauen?

>Schwibbögen kaufen bei KÀthe Wohlfahrt

Was versteht man unter einem Schwibbogen?

Der Schwibbogen ist ein Lichterbogen, der in verschiedener GrĂ¶ĂŸe aus Holz oder Metall in der Advents- und Weihnachtszeit aufgestellt wird. Hinter den Fenstern, im Vorgarten, auf öffentlichen PlĂ€tzen eines Ortes oder als Miniatur im Wohnzimmer ist er eine beliebte Weihnachtsdekoration. Auf dem „Strebebogen“ – einer BrĂŒcke Ă€hnlich - sind unterschiedlich viele Halterungen (TĂŒllen) fĂŒr Kerzen aus Wachs oder Teelichter aufgesteckt. Aus praktischen Überlegungen sowie aus SicherheitsgrĂŒnden ist die elektrische Beleuchtung, u.a. mit LEDs, jedoch dominierend. Unterschiedliche Motive und Gestaltungen haben sich seit Bestehen des ersten Schwibbogens entwickelt. Als Kunstgewerbe im Erzgebirge und darĂŒber hinaus ist diese Dekoration ein Zeugnis erzgebirgischer Holzkunst-Tradition.

Zur Entstehungsgeschichte vom Schwibbogen

In dem erzgebirgischen Bergbauland war und ist die Sehnsucht nach Licht sehr stark ausgeprĂ€gt. In der Zeit, als der Bergmann frĂŒh das Haus verließ und die Schicht „unter Tage“ begann, war es dunkel - und am Abend, bei seiner RĂŒckkehr, ebenfalls. WĂ€hrend seiner Arbeit war sein Grubenlicht – bis zur Modernisierung der Bergwerke – die einzige Lichtquelle.

Der Eingang in ein Bergwerk glich einer halbrunden Öffnung – das „Stollen-Mundloch“. Am Heiligen Abend wurde in den Hutstuben der Bergwerke oder in einer anderen RĂ€umlichkeit vor Ort unter Tage von den Bergleuten eine Andacht abgehalten. Ihre Lampen hingen sie dazu bogenförmig an der Wand auf - ein feierlicher Anblick. Nach dieser letzten Schicht – „Mettenschicht“ – haben die HĂ€uer ihre Grubenlampen außen, am Eingang, aufgehangen. Es entstand ein leuchtender Bogen. Die Grundidee fĂŒr den spĂ€teren Schwibbogen, der zunĂ€chst aus Metall gefertigt wurde.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts existierte zwischen Jöhstadt und Preßnitz mitten im Wald ein Bergwerk. Die einsamen Bergleute hatten neben ihrer Arbeit ein besonderes Streben: die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Ihr „Markenzeichen“ bestand aus einem sieben Meter langen und krumm gebogenen Baumstamm. Es war „ihr Lichterbogen“. Der Ă€lteste ĂŒberlieferte Schwibbogen stammt aus Johanngeorgenstadt, einem Bergbauort im Erzgebirge. Der Bergschmied Johannes Teller soll ihn im Jahr 1730 gebaut haben. Dieser metallene Bogen war fĂŒr die letzte Schicht der Bergleute damals gedacht. In der weiteren Entwicklung wurde eine derartige Handwerkskunst als reprĂ€sentatives Geschenk fĂŒr den Bergmeister gefertigt. Es galt als kostbares FamilienerbstĂŒck.

Auch in der heutigen Zeit ist das Basteln in der Adventszeit, besonders im Erzgebirge, ausgeprÀgt. Aus Sperrholz und einer Grundplatte aus Holz kann nach Bauplan ein Schwibbogen in Eigenbau entstehen.

Als Kunstgewerbe werden diese Produkte aus den Manufakturen, wie beispielsweise in Seiffen, Olbernhau, Marienberg oder Annaberg, in verschiedener GrĂ¶ĂŸe zum beliebten Weihnachtsgeschenk oder zum „Exportschlager“.

Das Kunsthandwerk nahm Mitte des vergangenen Jahrhunderts einen Aufschwung, als in Seiffen mit der Produktion der Schwibbögen aus Holz (statt schmiedeeisernen), begonnen wurde.

AusfĂŒhrungen und Standorte

Der weltweit grĂ¶ĂŸte Schwibbogen steht vor dem Spielzeugmuseum im erzgebirgischen Gelenau. Weit in das Land hinein ist er mit seiner elektrischen Beleuchtung zu sehen. Der „Original Seiffener Schwibbogen“ ist weltberĂŒhmt. Die 352 Einzelteile sind alle handgefertigt und zeigen auf der einen Seite alte Volkskunst und auf der anderen Seite Spielzeug aus der Jahrhundertwende.

Die AusfĂŒhrungen der Schwibbögen sind sehr verschieden. Außer der unterschiedlichen GrĂ¶ĂŸe werden meist sieben oder neun TĂŒllen fĂŒr Kerzen auf den Bogen gesteckt. Eine elektrische Beleuchtung ist zwar nicht „traditionsgemĂ€ĂŸâ€œ, aber in der Anwendung ungefĂ€hrlicher. Der Schwibbogen mit elektrischen Kerzen oder LEDs kann unbedenklich am Fenster in die Dunkelheit scheinen. Brennende Kerzen mĂŒssen permanent beobachtet werden

Ein dreidimensionaler Schwibbogen lÀsst einen rÀumlichen Effekt entstehen. Zwei gleiche Seitenteile mit gleichen Motiven werden durch Querverbindungen zusammengehalten. In der Mitte kann eine zusÀtzliche Lichtquelle installiert werden, die indirektes Licht erzeugt.

Der Schwibbogen im Freien ist aus Metall. Am Ortseingang mancher Bergbaustadt im Erzgebirge steht er das ganze Jahr und begrĂŒĂŸt auf diese Weise den Besucher – abends mit den hell erleuchteten elektrischen Kerzen.

Der Dresdner Weihnachtsmarkt wurde bereits 1959 mit einem gewaltigen Schwibbogen ĂŒberspannt und in Orten wie Schneeberg ist er sogar in luftiger Höhe ĂŒber der Straße montiert.

Kleine AusfĂŒhrungen als Tischschmuck werden nur beidseitig – am Bogenanfang – mit Halterungen fĂŒr zwei Kerzen oder Teelichter ausgestattet.

Der Lichterbogen und seine Gestaltung

Hochwertige Produkte und Holzkunst in Handarbeit aus dem Erzgebirge sind Unikate. Das ursprĂŒngliche Grundmotiv stellt Bergleute oder Szenen der typischen Arbeit im Erzgebirge dar. Das Klöppeln findet sich in seinem Endprodukt auch als Gestaltungsmöglichkeit im Schwibbogen wieder. Darstellungen aus der christlichen Weihnachtsgeschichte, Landschaftsmotive, Waldarbeiter, das Abbild der Seiffener Kirche, integrierte Pyramiden oder der winterliche Heimatberg im Miniaturformat – das sind Möglichkeiten, die der Schwibbogen zwischen seinem „Schwebebogen“ und der Grundplatte umspannt.

Eine abgewandelte Form ist das beleuchtete Fensterdreieck als „Lichterbogen“. Ähnlich dem Tannenbaum werden kleine Glaskugeln zwischen den Zweigen aus Holz eingearbeitet. Einem Setzkasten gleich, entsteht aus ĂŒbereinandergestellten, verschieden langen Fensterbrettern (werden als Erhöhung fĂŒr Schwibbögen am Fenster verwendet) ein mehrstöckiger Schwibbogen. Auf diesen Etagen finden Miniaturen als individuelle Dekoration ihren Platz. Diese Art von Lichterbogen sieht aus der professionellen Fertigung in der Holzmanufaktur selbstverstĂ€ndlich vollkommener aus.

Nach Vorlagen kann der Bastler mit LaubsÀge, Sperrholz und etwas Geschick selbst einen filigranen Lichterbogen mit speziellen LaubsÀgemotiven herstellen. Er wird sicherlich einen besonders hohen Stellenwert behalten.

Unwandelbar bleibt der „Ur-Schwibbogen“ aus Metall: zwei BergmĂ€nner mit Hammer und Schlegel – dem Symbol des Bergbaus.

Welche verschiedenen Arten von Schwibbögen gibt es?

Der Name Schwibbogen heißt so viel wie Schwebe- oder Strebebogen. In der Architektur wird er seit langem verwendet. Am bekanntesten ist er als filigran wirkender StĂŒtzbogen an gotischen Kathedralen. Er kann aber auch zwischen zwei Mauern zu ihrer AbstĂŒtzung gebaut werden. In engen Gassen, z.B. in Görlitz, Wien oder Graz, befinden sich die frei stehenden Schwibbögen an höheren GebĂ€udegeschossen und schĂŒtzen hohe Mauern vor einer seitlich geneigten Absenkung.

Nach diesem architektonischen Vorbild sind auch die dekorativen Schwibbögen fĂŒr das Weihnachtsfest benannt. Dabei handelt es sich um stimmungsvolle Lichterbögen. Sie werden meistens fĂŒr die festliche Beleuchtung des Fensters und als Weihnachtsdekoration eingesetzt. Die Bogenform ist traditionellerweise rund. Moderne AusfĂŒhrungen zeigen Dreiecks-Bögen oder ahmen die gotische Bogenform mit Spitze nach. Beim Weihnachts-Schwibbogen dient die Bogenstrebe als Kerzenhalterung. Die FlĂ€che innerhalb des Bogens ist auf vielfĂ€ltige Weise mit dekorativen Motiven ausgestaltet. Die meisten Schwibbögen sind heutzutage aus Holz geschnitzt. Zur Weihnachtszeit können im freien GelĂ€nde auch Großbögen aufgestellt werden. Sie dienen als festlicher Beleuchtungsschmuck wĂ€hrend der Adventszeit und beleuchten WeihnachtsmĂ€rkte oder InnenstĂ€dte.

Der Lichter-Schwibbogen hat seinen traditionellen Ursprung in der erzgebirgischen Volkskunst. Bis heute ist das Holzschnitzhandwerk im Erzgebirge fĂŒhrend in der Herstellung kunstvoller Schwibbögen. Der Ă€lteste erhaltene Lichterbogen entstand 1740 in der kleinen Stadt Johanngeorgenstadt. Der Ort im Erzgebirgekreis nennt sich deshalb bis heute „Stadt des Schwibbogens“. Dieser Ă€lteste erhaltene Weihnachts-Lichterbogen ist noch aus Metall hergestellt. Zur damaligen Zeit wurden brennende Kerzen als Lichtschmuck verwendet und das Metall schĂŒtzte die Schwibbögen gegen Brandgefahr. Seit dem Zweiten Weltkrieg kommen vor allem elektrische Kerzen oder LEDs zum Einsatz. Im gleichen Atemzug sind die Metall-Schwibbögen fast völlig verschwunden und der Weihnachtsschmuck wird grĂ¶ĂŸtenteils nur noch aus Holz hergestellt.

Die Schwibbögen lassen sich nach ihren Motiven unterscheiden. Die Àltesten Traditionsmotive beziehen sich auf die traditionellen Berufe der erzgebirgischen Landbevölkerung in der Zeit vom 18. - 19. Jahrhundert. Ein solch klassisches Traditionsmotiv zeigt daher zwei Bergleute zusammen mit einer Klöpplerin und einem Holzschnitzer.

Ein anderes traditionelles Motiv der Weihnachtsdekoration bezieht sich auf die Natur des Erzgebirges. Hier werden Waldszenen mit heimischen Waldtieren wie Reh und Hirsch gestaltet.

Ein drittes und weit ĂŒber die Erzgebirge-Region verwendetes Motiv betrifft die Weihnachtsgeschichte. Hier zeigt der Bogenschmuck traditionellerweise ein Krippenmotiv mit schwebenden Engeln. Es können aber auch Weihnachtsmotive aus der Zeit des 19. Jahrhunderts sein, inspiriert von der Geschichte vom „Nussknacker und MĂ€usekönig“. Diese Motive zeigen eine Nussknacker-Figur mit RĂ€uchermĂ€nnchen und Oberhaulner Reiterlein, also einem Jungen auf einem Schaukelpferd.

Ein typisches viertes Motiv zeigt die Kirche von Seiffen. Dieses Dorf im Erzgebirge ist fĂŒr seine volkstĂŒmliche Holzschnitzkunst besonders bekannt.

Seit den 1990er Jahren gibt es den dreieckigen Schwibbogen. Er wird auch als Lichterspitze bezeichnet. Er zeigt grundsÀtzlich eine stimmungsvolle Krippenszene in Waldlandschaft. Die Christkrippe steht unter hohen TannenbÀumen und ist von Reh und Hirsch umgeben. Im Hintergrund steht ein Forsthaus oder eine Kirche. ZusÀtzliche Lichter hinter der Bodenleiste beleuchten die geschnitzten Silhouetten. Auch der seit 2010 gestaltete Schwibbogen in gotischer Form zeigt eine winterlich-weihnachtliche Szenerie.

Der Schwibbogen ist ursprĂŒnglich eng mit dem Leben der erzgebirgischen Bevölkerung verknĂŒpft. Seine Bogenform symbolisiert die naive Darstellung eines Himmelsbogens und wurde einst mit Sonne, Mond und Sternen geschmĂŒckt. Die Sehnsucht der Bergleute nach dem freien Blick zum Himmel fand darin seinen Ausdruck. Kehrten die Bergleute in der winterlichen Dunkelheit nach Hause zurĂŒck, sollte der Lichtschmuck in den Fenstern ihnen den Weg weisen.

Ein Schwibbogen zur weihnachtlichen Festbeleuchtung von StĂ€dten und PlĂ€tzen ĂŒbersteigt die GrĂ¶ĂŸe der kleinen Fenster-Schwibbögen um ein Vielfaches. Ihre motivische Gestaltung ist dennoch eng an die traditionellen Motive des Erzgebirges orientiert.

Woher kommt historisch gesehen der Schwibbogen und was symbolisiert er?

In der Vorweihnachtszeit stehen in vielen Fenstern Lichterbögen und bringen ein wenig Licht in das Dunkel der Winterzeit. Sehr beliebt sind auf vielen WeihnachtsmĂ€rkten die kunstvoll geschnitzten Schwibbögen aus Holz aus dem Erzgebirge, die eine lange Tradition haben. Die Ă€ltesten, heute noch erhaltenen Schwibbögen stammen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Den ersten, der geschichtlich erwĂ€hnt wird, soll im Jahr 1726 in Johanngeorgenstadt der Bergschmied Johann Teller fĂŒr eine Mettenschicht, eine Weihnachtsandacht in der letzten Schicht vor Heiligabend, hergestellt haben. Er schmiedete diesen Leuchter aus Eisen und gestaltete ihn in Bogenform. Der Überlieferung nach sollten die Schwibbögen mit ihren Lichtern die Bergleute in der Dunkelheit sicher nach Hause fĂŒhren.

Der Begriff „Schwibbogen“ kommt aus der Architektur und steht fĂŒr einen Schwebebogen, bei dem zwei SĂ€ulen oder Mauern ĂŒber einen Bogen miteinander verbunden sind. Als Ursprung des Schwibbogens wird ein alter Brauch der Bergleute angenommen, nĂ€mlich das bogenförmige AufhĂ€ngen ihrer Grubenlampen nach der Schicht, wenn sie aus dem Mundloch des Stollens wieder herauskamen. Es ist nicht ganz sicher, ob die Bogenform der Leuchter die Öffnung eines Stollens darstellen soll oder den Himmel. FĂŒr die Annahme des Himmels sprechen Motive wie Sonne, Mond und Sterne auf den ersten Bögen. Das Erscheinungsbild der Schwibbögen wechselte im Laufe der Zeit.

Die Herstellung des Schwibbogens begann mit Schmiedeeisen oder Schwarzblech. Auf den Bögen saßen in der Regel 7 bis 11 Kerzen und sie enthielten als Motive biblische ErzĂ€hlungen. SpĂ€ter wechselte das Material zu Holz und auch die Motive wechselten in Richtung mehr alltĂ€gliche Begebenheiten aus dem Leben eines Bergmanns oder der Volkskunst der jeweiligen Zeit. Neben der Funktion als Dekorationsgegenstand hatte der Schwibbogen auch schon von Anfang an eine sehr praktische Funktion als Beleuchtung. Die Arbeit der Bergleute begann in der Dunkelheit vor Tagesanbruch und endete nach Einbruch der Dunkelheit, sodass die Bergarbeiter auf kĂŒnstliches Licht angewiesen waren. Die Kerzen auf den Leuchtern in den Fenstern sollten die Bergleute sicher auf ihrem Weg nach Hause geleiten.

Was ist der Unterschied zwischen einem Schwibbogen und einer Lichterspitze?

Als Schwibbogen wird ein schmĂŒckender Lichterbogen fĂŒr die Advents- und Weihnachtszeit bezeichnet. Er hat seinen Ursprung im Erzgebirge und wird dort bis heute in traditionsreichen Orten wie Seiffen hergestellt. Üblicherweise ist der Schwibbogen als halbrunder Bogen gestaltet. Der Lichtschmuck besteht aus elektrischen Kerzen, die auf der Bogenstrebe platziert sind. Die FlĂ€che innerhalb des Bogens wird mit Figuren oder geschnitzten Silhouetten kunstvoll gestaltet. 

Der Lichterbogen ist besonders fĂŒr die Aufstellung am Fenster geeignet. Er erscheint dann ĂŒber dem Fensterrahmen und ist von außen sichtbar. In der Regel ist ein Schwibbogen zwischen 30 und 40 cm hoch. Bei einfacher Gestaltung ist er flach. Breitere Schwibbögen weisen ein kleines 3D-Panorama auf. Typisches Motiv fĂŒr eine rĂ€umliche Gestaltung ist z. B. eine HĂŒtte in einer winterlichen Waldlandschaft. Um die Wirkung zu erhöhen, können versteckte Lichter hinter den Figuren oder der Standleiste platziert werden. Sie beleuchten die Szenerie dann zusĂ€tzlich. Die Motive sind vielfĂ€ltig und reichen von der Darstellung traditioneller Erzgebirgsberufe ĂŒber Winter- und Naturlandschaften, Stadtsilhouetten und besondere Bauwerke bis zu klassischen Weihnachtsmotiven.

Die Lichterspitze ist eine Sonderform des Schwibbogens. Sie ist als Dreieck gestaltet und ahmt die Gestalt eines Tannenbaums nach. Die jeweils dargestellte Szene greift dieses Naturmotiv auf. Wahlweise kann sich eine WaldhĂŒtte unter dem Baum verbergen oder der Baum umrahmt eine Krippe mit Maria und Josef. Möglich sind auch Waldtiere oder ein kleines Christkind, das zwischen den WaldbĂ€umen hervortritt. Die Beleuchtung kann bei der Lichterspitze auf dem Außenrahmen platziert werden. Dann wirkt die Erscheinung wie ein Weihnachtsbaum mit Kerzen. Die Lichter können alternativ hinter der unteren Standleiste oder einzelnen Figuren versteckt werden. Dann entsteht eine Stimmungsbeleuchtung der Szenerie. Möglich ist auch eine Kombination beider Beleuchtungsvarianten. Die Lichterspitze kann deutlich höher sein als ein halbrunder Lichterbogen. Dann eignet er sich gut zum Aufstellen an hohen Fenstern oder in großen RĂ€umen.

Aus welchen Materialien bestehen Schwibbögen in der Regel?

Praktische GrĂŒnde fĂŒr die Verwendung bestimmter Materialien

Bei fast allen traditionellen Erzeugnissen der erzgebirgischen Volkskunst kann man die Frage nach dem Material, aus dem die kleinen (seltener auch großen) Kunstwerke gefertigt sind, mit einem simplen Wort beantworten: Holz. Das gibt es im Erzgebirge noch mehr als Erz und Berge und es ist ein leicht zu verarbeitender, vielseitiger Werkstoff fĂŒr Skulpturen und Möbel. Es hat allerdings zwei bedeutende Nachteile, die es als alleinigen Werkstoff fĂŒr Schwibbögen eher ungeeignet machen. Hat es einmal Feuer gefangen, fackelt es anschließend gerne mal die halbe Bude ab. Wer jetzt einwenden möchte, man solle ja auch die Kerzen und nicht den Schwibbogen anzĂŒnden, hat damit zwar grundlegend recht, vergisst aber, dass so eine Kerze irgendwann einmal abgebrannt ist und die Flamme dem Kerzenhalter dann bedrohlich nahekommt. Benutzt man statt echter Kerzen elektrische oder LEDs, wird der andere Nachteil offenbar: Holz ist ein tendenziell eher schlechter Leiter fĂŒr elektrischen Strom.

Folglich sind die wenigsten Schwibbögen heutzutage noch vollstĂ€ndig aus Holz und solche, die es sind, sollte man gut im Auge behalten, nachdem man die Kerzen angezĂŒndet hat. Eine sichere Alternative sind breitere Bögen, die fĂŒr Teelichter ausgelegt sind. Die meisten hölzernen Schwibbögen mit Halterungen fĂŒr echte Kerzen verfĂŒgen aber ĂŒber mit Messing ĂŒberzogene BlecheinsĂ€tze, die entweder gĂ€nzlich im Kerzenhalter versenkt sind oder einen tellerförmigen, ĂŒberstehenden Kragen haben, der das ĂŒberlaufende Wachs auffĂ€ngt.

Bei elektronischen Modellen muss die Fassung zwangslĂ€ufig aus Metall sein, selbst wenn der Bogen geschnitzt wurde und das Gewinde der Fassung und die Kabel gut versteckt hinter einer hölzernen Verkleidung liegen. Das Äußere der kĂŒnstlichen Kerzen und die Isolierung der Kabel sind aus Kunststoff.

Manche Schwibbögen werden aber auch komplett aus Metall gefertigt. Gerade große, im Freien stehende Exemplare wie der weltweit grĂ¶ĂŸte Vertreter in Johanngeorgenstadt. Holz ist anfĂ€lliger fĂŒr schlechte WitterungsverhĂ€ltnisse, weshalb freistehende Bögen hĂ€ufiger aus Metall sind. Aber nicht nur der Standort, sondern auch die auf oder vielmehr unter dem Bogen dargestellten Motive bestimmen das Material.

Wie kann ich einen Schwibbogen selbst bauen?

Traditionelle Arbeiten aus Holz wie der Schwibbogen verbreiten in der Weihnachtszeit eine besinnliche Stimmung. Da bietet es sich an, einen Schwibbogen selber zu basteln. Ein einfacher Schwibbogen besteht aus einer Blende und einer Grundplatte. Aufwendigere Modelle besitzen zwei Blenden und ein Innenmotiv sowie vereinzelt auch kleine Motive, die vor der Blende platziert werden. Beim Bauen sind Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Material und Werkzeug

Der Schwibbogen ist eine klassische LaubsĂ€gearbeit, bei der ein Motiv aus Sperrholz herausgearbeitet wird. Sperrholz ist in unterschiedlichen QualitĂ€ten erhĂ€ltlich. FĂŒr den Schwibbogen sollten Sie 3-4 mm Birkensperrholz oder 4-5 mm Pappelsperrholz der QualitĂ€tsstufe "B" wĂ€hlen. Bei doppelseitigen Bögen können Sie B/BB verwenden. Die „schöne" B-Seite wird fĂŒr die Außenseiten verwendet.

FĂŒr die Abstandhalter und die Grundplatte können Sie weiches Buchenholz verwenden oder zwei 10 mm Sperrholzplatten. Die LĂ€nge und Breite der Grundplatte sollte etwas grĂ¶ĂŸer und dicker sein als das Holz der Bögen. Alternativ können Sie zwei Sperrholzplatten aufeinander legen und verleimen. Um die filigranen Details herauszuarbeiten, benötigen Sie eine LaubsĂ€ge und einen Drillbohrer. DarĂŒber hinaus brauchen Sie einen Hammer, Bleistift, Schleifpapier, Holzleim, SprĂŒhkleber oder Papierklebestift und ggf. eine Heißklebepistole oder kleine Schrauben. FĂŒr die elektrische Beleuchtung benötigen Sie eine Minilichterkette mit Halterungen und fĂŒr eine Kerzenbeleuchtung KerzentĂŒllen aus Metall.

Motiv aussÀgen

Zuerst wird das Motiv auf die Sperrholzplatte ĂŒbertragen. Je nach Vorlage wird es aufgebĂŒgelt oder mit Klebstoff fixiert. Bevor Sie zur SĂ€ge greifen, mĂŒssen in den Aussparungsbereichen Löcher fĂŒr die SĂ€geblatteinfĂŒhrung gebohrt werden. Verwenden Sie dafĂŒr einen Bohrer mit einem Durchmesser von ca. 1,2 mm bis 1,5 mm. Jetzt können Sie mit der eigentlichen „Fleiß“-Arbeit beginnen.

SĂ€gen Sie direkt durch die Vorlagen von innen nach außen. Nach dem AussĂ€gen werden die Reste der LaubsĂ€gevorlagen mit einem feuchten Tuch oder mit Schleifpapier vorsichtig entfernt. Auch kleine Ecken und raue Stellen sollten nachgeschliffen werden. SĂ€gen Sie anschließend die Grundplatte zurecht. Damit Sie spĂ€ter die Blenden und das Innenmotiv mit der Grundplatte verbinden können, mĂŒssen Sie noch Aussparungen in die Platte sĂ€gen. Zeichnen Sie die Maße der Blenden mit einem Bleistift auf und bohren Sie auch hier zuerst Löcher fĂŒr SĂ€geblatteinfĂŒhrung und sĂ€gen Sie dann die Aussparungen aus. Wenn Sie einen Doppelbogen erstellen, mĂŒssen Sie noch die Abstandhalter zurechtschneiden. Der „schwerste“ Teil der Arbeit wĂ€re damit geschafft.

Es werde Licht

Vor dem Zusammenbau des Schwibbogens wird die Beleuchtung installiert. Bei einem einseitigen Bogen werden die Halterungen fĂŒr die Lichterkette auf der RĂŒckseite mit flachen SchrĂ€ubchen oder mittels einer Heißklebepistole befestigt. Bei einem Doppelbogen werden die Lichter oder die KerzentĂŒllen in den Abstandhaltern platziert. Dazu werden entsprechend große Löcher in die Hölzer gebohrt. Bei einem Doppelbogen werden zuerst die Abstandhalter mit einem der Bögen verleimt. Anschließend können Sie die Lichterkette anbringen und den zweiten Bogen befestigen. Sie mĂŒssen jetzt nur noch die Blenden und das Innenmotiv in die Grundplatte stecken. Dann können Sie die Lichter anzĂŒnden und sich an Ihrem Werk erfreuen.

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