Krippen und Krippenfiguren

Weihnachtskrippen und Krippenfiguren

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Krippen und Krippenfiguren

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist eine Weihnachtskrippe?
  • Die Geschichte der Weihnachtskrippe
  • Die verschiedenen Krippenfiguren
  • Die Symbolik der Weihnachtskrippe
  • In welchem Zeitraum stellt man eine Krippe auf?
  • Wo haben Weihnachtskrippen ihren historischen Ursprung?
  • Die verschiedenen Arten von Weihnachtskrippen
  • Die bekanntesten Krippenbauer und der Krippenpater
  • Weihnachtskrippen und Krippenfiguren bei Käthe Wohlfahrt

Was ist eine Weihnachtskrippe?

Die Weihnachtskrippe ist eine szenische Nachbildung aller Ereignisse rund um die Geburt Jesu. Sie bezieht sich auf die Weihnachtsgeschichte, wie sie in den Evangelien von Lukas und Matthäus geschildert wird. Der Aufbau der Krippe und der Krippenfiguren soll das Geschehen zur Weihnachtszeit wieder spürbar und lebendig machen.

Der Aufbau der Krippe

Mit Beginn der christlichen Adventszeit kommt es zum szenischen Aufbau der Krippe. Spätestens mit dem Dreikönigsfest wird sie wieder abgebaut. Krippen stehen in Kirchen, in Privathäusern oder auf öffentlichen Plätzen. Eine besonders lebendige Form dieser Nachbildung sind sogenannte Krippenspiele. Dabei werden die Ereignisse der kleinen Familie in einer entsprechenden Kulisse mit Laienschauspielern und oft auch lebendigen Tieren in der chronologischen Reihenfolge der Ereignisse nachgespielt. In der Regel wird jedoch eine unbewegte plastische Darstellung mit Krippenfiguren modellhaft aufgebaut.

Je umfangreicher eine Krippe gestaltet ist, umso mehr Figuren enthält sie und desto detailreicher wird eine Orts-Kulisse gestaltet. Die Kulisse kann prächtig ausgestaltet werden. Sie kann einen Tierstall oder eine Höhle darstellen mit vielen Details. Dabei kann der Darstellungsstil darauf abzielen, möglichst originalgetreu die Lebenswelt in Bethlehem um das Jahr 0 abzubilden. Der Stil kann sich aber auch an regionalen Gegebenheiten orientieren und beispielsweise eine volkstümliche und bäuerliche Lebenswelt in Deutschland abbilden. Möglich sind ebenfalls stilistische Darstellungen mit stark symbolisierenden Formen. Ihr Ziel ist es, jede allzu konkrete Verbindung von Zeit und Ort aufzulösen, um die ewige Gültigkeit des Geschehens zu verdeutlichen.

Weihnachtskrippen in Privathaushalten bestehen aus einer Art Miniaturlandschaft. Sie werden meistens durch Zukauf oder das Basteln von Krippenzubehör stetig erweitert. In Kirchen oder auf Plätzen können auch große Krippenszenen aufgebaut werden.

Die Geschichte der Weihnachtskrippe

Den Weihnachtsereignissen geht ein Wunder voraus. Die jungfräuliche Maria wird schwanger. Ein Engel verkündet ihr diese Schwangerschaft als Gottes Werk zur Geburt des Gottessohnes Jesus Christus. Josef erhält die Gebote, das Kind anzunehmen und Maria zu beschützen. Anschließend reist Josef mit der schwangeren Maria in seine Geburtsstadt, um an einer Volkszählung teilzunehmen. Dabei finden die beiden keine Herberge. Das Kind wird in der kleinen Stadt Bethlehem in einer Notunterkunft geboren – bei Matthäus wird sie als Höhle beschrieben. Lukas schildert die Unterkunft als Stall, da eine Wiege fehlt, wird das Neugeborene in eine Futterkrippe gelegt. Von diesem Motiv leitet sich die die Namensgebung der Weihnachtskrippe ab. Die gesamte szenische Darstellung der Ereignisse der Familie nennt sich daher Krippe oder Weihnachtskrippe.

Hierzu gehören weitere Ereignisse: So wird den Hirten in der Nähe der Unterkunft die Geburt Christus durch Engel verkündet. Die gläubigen Hirten machen sich auf den Weg, um Maria und das Kind zu preisen. Ebenfalls erscheint ein heller Stern am Himmel. Weise aus dem Morgenland deuten ihn und erkennen in diesem Himmelszeichen die Ankunft des Herrn. Sie machen sich auf, um dem Kind Geschenke zu bringen und es anzubeten.
Der helle Stern von Bethlehem weist ihnen den Weg. Einige Tage nach der Geburt des Kindes treffen sie ein und überreichen ihre Geschenke – Myrrhe, Weihrauch und Gold. Spätestens seit dem 6. Jahrhundert wird in der westlichen Kirche von exakt drei Weisen gesprochen mit den Namen Balthasar, Melchior und Caspar. Sie gelten in der katholischen Kirche als Heilige und sind im Laufe der Zeit zu den „Heiligen Drei Königen“ umgedeutet worden.

Die verschiedenen Krippenfiguren

Bei Betrachten der verschiedenen Weihnachtskrippen auf der ganzen Welt und in jedem einzelnen Haushalt wird man feststellen, dass jede Krippe anders aussieht und jeder Krippenstall ein ähnliches und dennoch sehr facettenreiches Antlitz hat. Was aber alle Krippen gemeinsam haben, sind die meist aus Holz erstellten Krippenfiguren. Im Folgenden werden die wichtigsten und üblichsten Figuren aufgeführt, die in einer Weihnachtskrippe zu finden sind:

Krippenfigur - Das Jesuskind

Zentrale Bedeutung kommt ohne Frage dem Jesuskind mit seinen Eltern Maria und Josef zu. Das Jesuskind wird dabei nur in Windeln gewickelt in der Futterkrippe als Zeichen für die Armut und Menschlichkeit des Sohn Gottes präsentiert.

Krippenfigur - Die Mutter Maria

Meistens knieend oder sitzend neben ihrem Kind dargestellt, wird die Mutter Maria. Bei farbigen Krippenfiguren meist in blauem Gewand dargestellt, weil blau als himmlische Farbe die Treue und den Glauben symbolisiert.

Krippenfigur - Der Vater Josef

Hinter den beiden oder zumindest hinter dem Jesuskind stehend und wachend gehört der Vater Josef zu den wichtigsten Figuren in einer Weihnachtskrippe. Oft hält er die Laterne als Zeichen für das Licht der Hoffnung, das Jesus in die Welt bringt.

Krippenfiguren - Ochse und Esel

Im Krippenstall selbst finden dann oft auch noch der Ochse und der Esel Platz, deren Bedeutung nicht ganz geklärt ist. Für die einen sind sie als reine und unreine Tiere ein Zeichen für verschiedene Glaubensrichtungen, für die anderen ein Zeichen dafür, dass Jesus wie diese Lastentiere eine schwere Bürde auf sich nehmen wird.

Krippenfiguren - Hirten & Schafe

Neben der Weihnachtskrippe nehmen die Hirten ihren Platz bei ihren Schafen ein. Sie stehen für das Volk und sind gerade für die Weihnachtskrippen von Bedeutung, weil sie dem Engel zuhörten und sofort aufbrachen, um als erste das neu geborene Jesuskind zu bewundern. Die Schafe als Symbole für unschuldiges Leiden - analog zum späteren Leben von Jesus - gehören mit zu den Hirten und somit auch zu den Krippenfiguren.

Krippenfiguren – Die Heiligen Drei Könige

Oft erst später aufgestellt, weil sie dem Feiertag nach erst am 6. Januar mit Hilfe des Sterns an der Krippe ankamen, gehören auch die Heiligen Drei Könige zu den Krippenfiguren. Als die drei Weisen aus dem Morgenland brachten Caspar, Melchior und Balthasar dem Jesuskind ihre Geschenke in Form von Weihrauch, Gold und Myrre, die sie als Krippenfiguren meistens auch in den Händen halten.

Krippenfigur – Der Engel

Bei vielen Krippen ist er nicht zu sehen und dennoch gehört auch der Engel zu den Figuren für eine Weihnachtskrippe. Schließlich hat er den Hirten erst die Geburt des Herrn verkündet und spielt somit eine bedeutende Rolle in der durch die Krippe symbolisierten Weihnachtsgeschichte.

 

Die Symbolik der Weihnachtskrippe

Die Weihnachtskrippe stellt zusammen mit dem Weihnachtsbaum die Geschichte von Weihnachten erst richtig dar. An Weihnachten feiern die Christen das Fest der Geburt Jesu. Er wurde geboren von Maria, in einem Stall in Bethlehem, weil, so schreibt es die Bibel, "in der Herberge kein Platz für sie war". Maria musste sich mit ihrem Verlobten Josef auf den Weg in ihren Geburtsort machen, um sich dort in Steuerlisten eintragen zu lassen. Maria nahm hochschwanger Platz auf einem Esel, da der Weg lang und beschwerlich war. Dennoch bekam sie Wehen und brachte in einem Stall ihr Kind zu Welt.
Jesu war ein besonderes Kind. Man sagte von ihm schon vor seiner Geburt, die durch einen Engel angekündigt wurde, dass er der vom jüdischen Volk lang ersehnte Messias, der Sohn Gottes, sein wird und dass die Menschen durch ihn und seine Gebote gerettet werden würden. Daher war Jesu bereits vor seiner Geburt ein besonderer Mensch, dessen sich die Christen durch das Aufstellen von Weihnachtskrippen Jahr für Jahr an Weihnachten immer wieder neu bewusstmachen.

Daher stellt die Weihnachtskrippe nichts Anderes dar als die Szene der Geburt, wie sie in der biblischen Weihnachtsgeschichte erzählt wird. Dieses geschieht durch das Aufstellen von Krippenfiguren. Als Darstellung wird in der Regel immer ein Stall oder eine stallähnliche Konstruktion genutzt. Darin werden dann Maria und Josef als Figuren betend vor dem Kind dargestellt. Mit im Stall der besagte Esel sowie ein Ochse, der bereits vor Ort war. Da der Stall auf einer Wiese gelegen haben soll, auf der Hirten mit ihren Schafen weideten, sind als weitere Krippenfiguren mehrere Hirten mit aufgestellt. Dazu gesellen sich Schafe und Ziegen. Als Krippenzubehör indes sind neben dem Stall oftmals eine Feuerstelle und auch ein Teelicht platziert.
Am 06. Januar, dem Tag der Heiligen Drei Könige, werden dann weitere Krippenfiguren zur Krippe gestellt, die die Könige darstellen sollen, die Jesu im Stall huldigen und ihm Geschenke mitbringen. Nicht selten kommt ein Kamel mit entsprechender Begleitung hinzu.

Weihnachtskrippen symbolisieren also das Geschehen rund um die Geburt Jesu. Es gibt aber auch Krippen, in denen nicht nur die Personen der Bibel aufgestellt werden, sondern auch Persönlichkeiten der Zeitgeschichte - oftmals Bischöfe oder der Kirche nahestehenden Menschen - dem Kind symbolisch ihre Aufwartung machen. Letztlich ist die Zusammenstellung einer Weihnachtskrippe aber Geschmacksache.

In welchem Zeitraum stellt man eine Krippe auf?

Die Advents- und Weihnachtszeit gehört zu den Zeiten, an dem so viel geschmückt und dekoriert wird wie wohl sonst zu keinem Fest im Jahr. Die vielen Lichter gehören allein schon wegen der dunklen Jahreszeit dazu. Zum Weihnachtsfest selbst kommen dann in den heimischen Häusern die Weihnachtsbäume und Weihnachtskrippen hinzu.

Da es sich bei einer Weihnachtskrippe eben um die Darstellung des Festes der Geburt Christi handelt, ist der Zeitraum, in dem eine solche Krippe aufgestellt wird, eben auch auf die Weihnachtszeit begrenzt. Laut den christlichen Kirchen beginnt die Weihnachtszeit mit dem Weihnachtsfest und endet mit dem Sonntag nach Erscheinung des Herrn, dem Tag der Heiligen Drei Könige am 06. Januar. An diesem Tag werden zu der Krippe meist noch die Figuren der Heiligen Drei Könige hinzugestellt. In den katholischen Kirchen und mitunter auch Familien hat sich die Tradition allerdings erhalten, dass die Krippen auch über diesen Tag hinaus in den Wohnzimmern und Kirchen aufgestellt bleiben. Oftmals sogar bis zum 02. Februar, dem Fest Maria Lichtmess. Dieser Tag war bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil der eigentliche Tag, an dem die Weihnachtszeit endete und somit der Weihnachtsbaum und Krippe abgebaut wurden. Diese Tradition ist aber wirklich nur noch vereinzelt vorzufinden, nahezu ausnahmslos in katholischen Kirchen.

Der tatsächliche Zeitraum, in dem Weihnachtskrippen aufgestellt werden, erstreckt sich insofern tatsächlich von Weihnachten bis zum Fest Heilige Drei Könige am 06. Januar.

Wo haben Weihnachtskrippen ihren historischen Ursprung?

Die uns heute vertraute Weihnachtskrippe zeigt mit Hilfe von Figuren und einer Modelllandschaft Bethlehems das Geschehen rund um die Geburt Jesu. Das Kind liegt in einer Futterkrippe. Maria und Josef stehen daneben, im Hintergrund die Hirten. Dazu kommen Ochse, Esel und die drei Weisen samt Verkündigungsengel. Mehr als 1000 Jahre hat es gedauert, bis es zu dieser Darstellung der Weihnachtskrippe gekommen ist. Das kann verwundern. Bildet die Weihnachtskrippe nicht einfach nur ab, was die Evangelien von Lukas und Matthäus schildern?

Bis zum Jahr 313 n. Chr. wurde das Urchristentum größtenteils verfolgt. In dieser ersten Phase diente die Geburtsstätte Jesu den Gläubigen als Pilgerort. Dann erlaubte Kaiser Konstantin die Religionsfreiheit im Römischen Reich und wählte 324 n. Chr. das Christentum zur Staatsreligion. Spätestens ab diesem Zeitpunkt konnten die Frühchristen die Symbole ihres Glaubens offen zeigen. Das Krippenmotiv gehörte von Anfang an dazu.

Künstlerisch wurde es zunächst in Steinreliefs gestaltet. Ein solches Relief befindet sich beispielsweise in Mailand am Sarkophag des Stilicho. Es ist um 385 n. Chr. entstanden. An ihm fällt auf: Dargestellt wird nur das Kind in der Krippe mit Esel und Ochse daneben.

Weitere Krippengestaltungen finden sich in frühen Basilika-Kirchen des 5. Jahrhunderts. Dazu gehören die Papstbasilika Santa Maria Maggiore in Rom oder die Sant´ Appolinare Nuovo in Ravenna. Die Darstellungen erfolgen hier als Wandmosaike. Bildlich fehlen Maria und Josef weiterhin. Stattdessen werden die Heiligen Drei Könige gezeigt.

Warum zeigen die ersten Krippen-Szenen das Jesukind allein mit Esel, Ochse oder den drei Weisen?

In den ersten Jahrhunderten des Christentums – bis ins Mittelalter hinein – war vor allem eine Bedeutung am wichtigsten: Das Jesukind besitzt die größte Macht auf Erden. Das wird bildstark ausgedrückt, wenn die drei Weisen aus dem Morgenland vor ihm niederknien. Sie wurden im Laufe der Zeit sogar zu Königen erklärt, obwohl das nicht in den Evangelien steht. Knien aber Könige vor dem Jesukind, muss die Macht Christi größer sein als die aller irdischen Herrscher. Sogar Ochse und Esel drücken das aus. Die damalige Zeit brachte die beiden Tiere mit einem Spruch des Jesaja in Verbindung. Dieser lautet:

„Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht“ (Jes 1,3).

Lapidar formuliert: Wer nicht an Christus glaubt, ist dümmer als Ochs und Esel. Die Tiere beziehen sich auf den Jesaja-Spruch und drücken aus, dass dieses Kind der „Herr“ ist. Dabei ist zu beachten: Weder das Lukas-Evangelium noch Matthäus erwähnen die Tiere Ochse und Esel. Die heute so vertraute Anwesenheit der Tiere an der Krippe, ist vom frühen Christentum regelrecht hinzugedichtet worden. Das Trienter Konzil (1545 – 1563) wollte diesen „Fehler“ bei der Krippendarstellung gerne korrigieren. Das scheiterte – und so sehen wir die Tiere bis heute an der Krippe stehen.

Erst im Mittelalter ab dem 12. Jahrhundert erscheint auch Maria in Bilddarstellungen neben der Krippe. Josef fehlt weiterhin. Dabei ist es Franz von Assisi, der im 13. Jahrhundert die erste plastische Krippenszene nachbildet. Im Jahr 1223 verzichtet er in der Stadt Greccio auf eine Weihnachtspredigt und stellt die Weihnachtsgeschichte mit lebendigen Tieren und Menschen nach.

Die Geburtsstunde der heutigen Krippen beginnt im 16. Jahrhundert. Zunächst wurden Glaskästchen in Kirchen aufgestellt, um Szenen der Weihnachtsgeschichte und der Passion modellhaft zu zeigen. Dann errichteten die Jesuiten im Jahr 1562 die erste Weihnachtskrippe in Prag - so wie sie heute bekannt ist. Seither verbreitet sich der gängige Brauch, Weihnachtskrippen aufzustellen.

Verschiedene Arten von Weihnachtskrippen

Die Weihnachtskrippe widmet sich als szenische Darstellung der Geburt Jesu. Aufgestellt wird sie zur Weihnachtszeit. Ihre wichtigsten Figuren sind das Kind in der Krippe, Maria, Josef, die Heiligen Drei Könige und die Tiere im Stall. Dabei sind drei Krippentypen bekannt, die sich nach dem Ausstellungsort richten.

Die Hauskrippe

Sie steht meistens als Miniaturkrippe aus Holz im privaten Wohnzimmer. Dort bildet sie häufig mit dem Weihnachtsbaum eine festliche Einheit.

 

Die Kirchenkrippe

Die Kirchenkrippe wird zur Advents- und Weihnachtszeit in Kirchen aufgestellt. Sie kann entweder den Altar schmücken oder den ganzen Altarbereich ausgestalten. Im letzteren Fall wird der Kirchenraum zur Bühne, der die Kirchengänger stark in das Weihnachtsgeschehen hineinziehen soll. Solche Aufbauten sind wegen ihrer bezweckten Wirkung mindestens maßstabsgetreu gestaltet.

Die Freikrippe

Sie schmückt Städte und Plätze und kann auch auf Wasser oder in parkähnlichen Landschaften aufgebaut werden. Soll sie schon von Ferne gesehen werden, übersteigt ihre Größe eine maßstabsgetreue Darstellung. Durch die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten können Freikrippen aber sehr unterschiedliche Größen haben.

Weitere Unterscheidungen von Weihnachtskrippen

Die genannten Grundtypen werden nicht nur bezüglich ihrer Größe in Großkrippen und Miniaturkrippen unterschieden. Bedeutungsvoll ist ebenfalls ihre architektonische und technische Gestaltung. Dadurch entstehen Rundkrippen, Reliefkrippen, mechanische Krippen, Drehkrippen und Dreieck-Eckkrippen. Die Architektur entscheidet, ob die Krippe von einer oder mehreren Seiten erlebt werden kann. Mechanische und drehbare Krippen ermöglichen bewegte Szenen oder Szenenwechsel.

Weihnachtskrippen lassen sich außerdem nach ihrem Grundaufbau unterscheiden. Entweder wird die Krippe wie eine Bühnenlandschaft aufgebaut, dann spricht man von einer Bretterkrippe. Oder sie ist fest in einer Kulissenrahmung wie in einer Kiste hineingebaut. Dann heißt sie Kastenkrippe.

Weihnachtskrippen lassen sich auch inhaltlich unterscheiden. Hier spielt eine Rolle, an welchem räumlich-geografischen Ort sich die gezeigte Weihnachtsgeschichte abspielen soll. Das kann eine freie Landschaft sein (Landschaftskrippe), der Tierstall (Stallkrippe) oder eine Höhle als Geburtsort (Höhlenkrippe) sowie ein Tempel in Anspielung auf die Sakralbauten zur Zeit Jesu (Tempelkrippe).

Ist der Schauplatz des Geschehens ausgewählt, erfolgt eine weitere wichtige Unterscheidung. Soll sich die künstlerische Darstellung an den historischen Gegebenheiten in Palästina vor 2000 Jahren orientieren? Dann wird von einer orientalischen Krippe gesprochen. Oder soll sich die Darstellung an den regionalen, sozialen oder landschaftlichen Besonderheiten orientieren, um auf die Lebenswelt der Betrachter einzugehen? Dann wird von Heimatkrippe, Milieukrippe oder Naturkrippe gesprochen. Krippen ohne geografisches Umfeld konzentrieren sich allein auf die Krippenfiguren und ihre Symbolkraft. Auch spezielle künstlerische Ausdrucksformen können eine Rolle spielen wie bei den anthroposophisch geprägten Krippen.

Durch diese Vielzahl von Krippentypen haben sich regionale Besonderheiten ausgeprägt. Der jeweilige künstlerische Ausdruck unterliegt zusätzlich dem Wandel der Zeit.

Die bekanntesten Krippenbauer und der Krippenpater

Die Kirchengestaltung ist untrennbar mit den Kunsthandwerken der Bildhauerei und Holzschnitzerei verbunden. Bestimmte Regionen wie der Spessart oder Berchtesgaden blicken dabei auf eine lange Krippentradition zurück. Gerade die landwirtschaftlich geprägten Regionen mit Bauer und Vieh zeigen oft eine tiefe Verbundenheit zum Krippenmotiv. Entsprechend hat auch der Krippenbau einige Meister dieser Zunft hervorgebracht.

Anna Schuster (1872-1939) aus Berchtesgaden

Ihr Vater Josef Kurz war ein Holzschnitzer. Von ihm lernte und übernahm sie das Handwerk. Schusters kunstvolle Krippenschnitzereien drücken auch ihre enge Heimatverbundenheit aus. Zu ihrer Würdigung stellt das Bayrischen Nationalmuseum eine Weihnachtskrippe der Holzkünstlerin als Dauerexponat aus.

 

Martin Scheible (1883-1954) aus Ulm

Eine sehr bekannte Weihnachtskrippe schuf auch der Bildhauer und Holzschnitzer Martin Scheible. Er hat als Bildhauer in großen Städten wie München, Stuttgart und Berlin gewirkt. Eine kunstvolle Weihnachtskrippe schnitzte er 1923 für den Ulmer Münster. Sie wird dort bis heute regelmäßig gezeigt. Um das künstlerische Werk zu schützen, steht es hinter Glas auf dem Kreuzaltar.

Sebastian Osterrieder (1864-1932) aus Abensberg bei Regensburg

Der berühmteste Krippenkünstler ist Sebastian Osterrieder. Er war ein Bäckerssohn und musste seine Liebe zum Krippenbau lange Zeit zurückstellen, um den kranken Vater zu unterstützen. Erst im Alter von 26 Jahren konnte er ein Studium der Bildenden Kunst in München beginnen. Die Osterrieder Krippen haben Weltrang. Eine befindet sich im Petersdom. Kaiser Wilhelm II., Kronregent Luitpold und Konrad Adenauer kauften jeweils eine Krippe von Osterried. Die größten Weihnachtskrippen mit jeweils ca. 40 Figuren schuf Osterried für den Linzer Mariä-Empfängnis-Dom sowie den Paderborner Dom.

Otto Zehentbauer (1880-1961) aus Landshut

Berühmt für seine Krippendarstellungen wurde auch der Bildhauer Otto Zehentbauer. Er stattete viele Klöster und Kirchen mit Weihnachtskrippen aus. Gewürdigt wird seine Leistung auf einer Weihnachtsbriefmarke der Deutschen Post. Sie zeigt die Zehentbauer-Krippe im Münchener Dom.

Sieger Köder (1925-2015) aus Wasseralfingen

Das 20. Jahrhundert blickt mit Sieger Köder auf einen bedeutenden Weihnachtskrippenbauer zurück. Köder ließ sich als Edelmetallschmied und bildender Künstler ausbilden. Anschließend wurde er Theologe und Pfarrer. Eine berühmte Köder-Weihnachtskrippe steht in der Kirche St. Stephanus in Aalen-Wasseralfingen.

 

Siegfried Schneider (1894-1935) aus Mettingen

Der Franziskaner-Pater Siegfried Schneider schuf keine eigenen Weihnachtskrippen. Er ließ sich aber von der ersten Krippe des Heiligen Franziskus in Greccio inspirieren und wurde Schriftsteller und Vortragsreisender in Sachen Krippenbau. Er regte dazu an, die Krippentradition in Liebe weiterzupflegen. Darum erhielt er den Namen Krippenpater.

Weihnachtskrippen und Krippenfiguren bei Käthe Wohlfahrt

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