Krippen und Krippenfiguren

Weihnachtskrippen und Krippenfiguren

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Krippen und Krippenfiguren

Inhaltsverzeichnis

> Was ist eine Weihnachtskrippe?

> In welchem Zeitraum stellt man eine Krippe auf?

> Die Geschichte der Weihnachtskrippe

> Die verschiedenen Krippenfiguren

> Verschiedene Arten von Weihnachtskrippen

> Die Symbolik der Weihnachtskrippe

> Wo haben Weihnachtskrippen ihren Ursprung

> Die bekanntesten Krippenbauer und der Krippenpater

> Weihnachtskrippen und Krippenfiguren bei Käthe Wohlfahrt

Was ist eine Weihnachtskrippe?

Die Weihnachtskrippe ist eine szenische Nachbildung aller Ereignisse rund um die Geburt Jesu. Sie bezieht sich auf die Weihnachtsgeschichte, wie sie in den Evangelien von Lukas und Matth√§us geschildert wird. Meist erg√§nzen Krippenfiguren wie Maria, Jesus und Josef das Bild. Das Aufstellen der Krippe und der Krippenfiguren soll das Geschehen zur Weihnachtszeit wieder sp√ľrbar und lebendig machen. Die Weihnachtskrippe z√§hlt zu den traditionellen Dekorationsgegenst√§nden zur Weihnachtszeit wie Nussknacker, R√§ucherm√§nnchen oder Schwibb√∂gen.

Mit Beginn der christlichen Adventszeit kommt es zum szenischen Aufbau der Krippe. Spätestens mit dem Dreikönigsfest wird sie wieder abgebaut. Krippen und Krippenfiguren stehen in Kirchen, in Privathäusern oder auf öffentlichen Plätzen als weihnachtliche Dekoration. Eine besonders lebendige Form dieser Nachbildung sind sogenannte Krippenspiele. Dabei werden die Ereignisse der kleinen Familie in einer entsprechenden Kulisse mit Laienschauspielern und oft auch lebendigen Tieren in der chronologischen Reihenfolge der Ereignisse nachgespielt. In der Regel wird jedoch eine unbewegte plastische Darstellung mit Krippenfiguren modellhaft aufgebaut.

Je umfangreicher eine Krippe gestaltet ist, umso mehr Figuren enth√§lt sie und desto detailreicher wird eine Orts-Kulisse geschaffen. Sie kann einen Tierstall oder eine H√∂hle darstellen, mit vielen Details. Dabei kann der Stil darauf abzielen, m√∂glichst originalgetreu die Lebenswelt in Bethlehem um das Jahr 0 abzubilden. Der Stil kann sich aber auch an regionalen Gegebenheiten orientieren und beispielsweise eine volkst√ľmliche und b√§uerliche Lebenswelt in Deutschland abbilden. M√∂glich sind ebenfalls stilistische Darstellungen mit stark symbolisierenden Formen. Ihr Ziel ist es, jede allzu konkrete Verbindung von Zeit und Ort aufzul√∂sen, um die ewige G√ľltigkeit des Geschehens zu verdeutlichen.

Weihnachtskrippen in Privathaushalten bestehen aus einer Art Miniaturlandschaft. Die Dekoration wird meistens durch Zukauf oder das Basteln von Krippenzubehör stetig erweitert. Das gilt auch bei den Krippenfiguren. Neben Maria, Josepf und dem Jesuskind sind Engel, Hirten, Schafe oder andere Protagonisten der Weihnachtsgeschichte erhältlich. In Kirchen oder auf Plätzen können auch große Krippenszenen aufgebaut werden.

In welchem Zeitraum stellt man eine Krippe auf?

Die Advents- und Weihnachtszeit geh√∂rt zu den Zeiten, an dem so viel geschm√ľckt und dekoriert wird wie wohl sonst zu keinem Fest im Jahr. Die vielen Lichter geh√∂ren allein schon wegen der dunklen Jahreszeit dazu. Zum Weihnachtsfest selbst kommen dann die Ausf√ľhrungen der heimischen H√§user, die Weihnachtsb√§ume und Weihnachtskrippen mit Krippenfiguren aus Holz oder Kunstharz hinzu.

Da es sich bei einer Weihnachtskrippe eben um die Darstellung des Festes der Geburt Christi handelt, ist der Zeitraum, in dem eine solche Krippe aufgestellt wird, auch auf die Weihnachtszeit begrenzt. Laut den christlichen Kirchen beginnt die Weihnachtszeit mit dem Weihnachtsfest und endet mit dem Sonntag nach Erscheinung des Herrn, dem Tag der Heiligen Drei K√∂nige am 06. Januar. An diesem Tag werden zu der Krippe meist noch die Figuren der Heiligen Drei K√∂nige hinzu gestellt. In den katholischen Kirchen und mitunter auch Familien hat sich die Tradition allerdings erhalten, dass die Krippen auch √ľber diesen Tag hinaus in den Wohnzimmern und Kirchen aufgestellt bleiben. Oftmals sogar bis zum 02. Februar, dem Fest Maria Lichtmess. Dieser Tag war bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil der eigentliche Tag, an dem die Weihnachtszeit endete und somit der Weihnachtsbaum und Krippe abgebaut wurden. Diese Tradition ist aber wirklich nur noch vereinzelt vorzufinden, nahezu ausnahmslos in katholischen Kirchen.

Der tatsächliche Zeitraum, in dem Weihnachtskrippen und Figuren aufgestellt werden, erstreckt sich insofern von Weihnachten bis zum Fest Heilige Drei Könige am 06. Januar.

Die Geschichte der Weihnachtskrippe

Den Weihnachtsereignissen geht ein Wunder voraus. Die jungfr√§uliche Maria wird schwanger. Ein Engel verk√ľndet ihr diese Schwangerschaft als Gottes Werk zur Geburt des Gottessohnes Jesus Christus. Josef erh√§lt die Gebote, das Kind anzunehmen und Maria zu besch√ľtzen. Anschlie√üend reist Josef mit der schwangeren Maria in seine Geburtsstadt, um an einer Volksz√§hlung teilzunehmen. Dabei finden die beiden keine Herberge. Das Kind wird in der kleinen Stadt Bethlehem in einer Notunterkunft geboren ‚Äď bei Matth√§us wird sie als H√∂hle beschrieben. Lukas schildert die Unterkunft als Stall, da eine Wiege fehlt, wird das Neugeborene in eine Futterkrippe gelegt. Von diesem Motiv leitet sich die Namensgebung der Weihnachtskrippe ab. Die gesamte szenische Darstellung der Ereignisse der Familie nennt sich daher Krippe oder Weihnachtskrippe.

 

Hierzu geh√∂ren weitere Ereignisse: So wird den Hirten in der N√§he der Unterkunft die Geburt Christus durch Engel verk√ľndet. Die gl√§ubigen Hirten machen sich auf den Weg, um Maria und das Kind zu preisen. Ebenfalls erscheint ein heller Stern am Himmel. Weise aus dem Morgenland deuten ihn und erkennen in diesem Himmelszeichen die Ankunft des Herrn. Sie machen sich auf, um dem Kind Geschenke zu bringen und es anzubeten.

Der helle Stern von Bethlehem weist ihnen den Weg. Einige Tage nach der Geburt des Kindes treffen sie ein und √ľberreichen ihre Geschenke ‚Äď Myrrhe, Weihrauch und Gold. Sp√§testens seit dem 6. Jahrhundert wird in der westlichen Kirche von exakt drei Weisen gesprochen, mit den Namen Balthasar, Melchior und Caspar. Sie gelten in der katholischen Kirche als Heilige und sind im Laufe der Zeit zu den ‚ÄěHeiligen Drei K√∂nigen‚Äú umgedeutet worden.

Die verschiedenen Krippenfiguren

Beim Betrachten der verschiedenen Weihnachtskrippen auf der ganzen Welt und in jedem einzelnen Haushalt wird man feststellen, dass jede Krippe anders aussieht und jeder Krippenstall ein √§hnliches und dennoch sehr facettenreiches Antlitz hat. Was aber alle Krippen gemeinsam haben, sind die meist aus Holz oder Kunstharz erstellten Krippenfiguren. Hier zeigen sich verschiedene M√∂glichkeiten, die Figuren zu arrangieren. Neben Maria und Josef mit dem Jesuskind, kann das Bild mit Krippenfiguren wie den Hirten und ihren Schafen sowie Engeln erg√§nzt werden. Im Folgenden werden die wichtigsten und √ľblichsten Figuren aufgef√ľhrt, die in einer Weihnachtskrippe zu finden sind:

Krippenfigur - Das Jesuskind

Zentrale Bedeutung kommt ohne Frage dem Jesuskind mit seinen Eltern Maria und Josef zu. Die Figur des Jesuskinds wird dabei nur in Windeln gewickelt, in der Futterkrippe als Zeichen f√ľr die Armut und Menschlichkeit des Sohn-Gottes pr√§sentiert.

Krippenfigur - Die Mutter Maria

Meistens kniend oder sitzend neben ihrem Kind dargestellt, wird die Mutter Maria. Bei farbigen Krippenfiguren √ľberwiegend in blauem Gewand dargestellt, weil blau als himmlische Farbe die Treue und den Glauben symbolisiert.

Krippenfigur - Der Vater Josef

Hinter den beiden oder zumindest hinter dem Jesuskind stehend und wachend geh√∂rt der Vater Josef zu den wichtigsten Figuren in einer Weihnachtskrippe. Oft h√§lt er die Laterne als Zeichen f√ľr das Licht der Hoffnung, das Jesus in die Welt bringt.

Krippenfiguren - Ochse und Esel

Im Krippenstall selbst finden dann oft auch noch der Ochse und der Esel Platz, deren Bedeutung als Krippenfigur nicht ganz gekl√§rt ist. F√ľr die einen sind sie als reine und unreine Tiere ein Zeichen f√ľr verschiedene Glaubensrichtungen, f√ľr die anderen ein Zeichen daf√ľr, dass Jesus wie die Lastentiere Ochse und Esel eine schwere B√ľrde auf sich nehmen wird.

Krippenfiguren - Hirten & Schafe

Neben der Weihnachtskrippe nehmen die Hirten ihren Platz bei ihren Schafen ein. Sie stehen f√ľr das Volk und sind gerade f√ľr die Weihnachtskrippen von Bedeutung, weil sie dem Engel zuh√∂rten und sofort aufbrachen, um als erste das neu geborene Jesuskind zu bewundern. Die Schafe als Symbole f√ľr unschuldiges Leiden - analog zum sp√§teren Leben von Jesus - geh√∂ren mit zu den Hirten und somit auch zu den Krippenfiguren.

Krippenfiguren ‚Äď Die Heiligen Drei K√∂nige

Oft erst später aufgestellt, weil sie dem Feiertag nach erst am 6. Januar mithilfe des Sterns an der Krippe ankamen, gehören auch die Heiligen Drei Könige zu den Krippenfiguren. Als die drei Weisen aus dem Morgenland brachten Caspar, Melchior und Balthasar dem Jesuskind die Geschenke in Form von Weihrauch, Gold und Myrre, die sie als Krippenfiguren meistens auch in den Händen halten.

Krippenfigur ‚Äď Der Engel

Bei vielen Krippen ist er nicht zu sehen und dennoch geh√∂rt auch der Engel zu den Figuren f√ľr eine Weihnachtskrippe. Schlie√ülich hat er den Hirten erst die Geburt des Herrn verk√ľndet und spielt somit eine bedeutende Rolle in der durch die Krippe symbolisierten Weihnachtsgeschichte.

Verschiedene Arten von Weihnachtskrippen

Die Weihnachtskrippe mit den aufgestellten Krippenfiguren widmet sich als szenische Darstellung der Geburt Jesu. Aufgestellt wird sie zur Weihnachtszeit. Ihre wichtigsten Figuren sind das Kind in der Krippe, Maria, Josef, die Heiligen Drei Könige und die Tiere im Stall. Dabei sind drei Krippentypen bekannt, die sich nach dem Ausstellungsort richten.

Die Hauskrippe

Sie steht meistens als Miniaturkrippe aus Holz oder Kunstharz im privaten Wohnzimmer. Dort bildet sie häufig mit dem Weihnachtsbaum eine festliche Einheit.

Die Kirchenkrippe

Die Kirchenkrippe wird zur Advents- und Weihnachtszeit in Kirchen aufgestellt. Sie kann entweder den Altar schm√ľcken oder den ganzen Altarbereich ausgestalten. Im letzteren Fall wird der Kirchenraum zur B√ľhne, der die Kircheng√§nger stark in das Weihnachtsgeschehen hineinziehen soll. Solche Aufbauten sind wegen ihrer bezweckten Wirkung mindestens ma√üstabsgetreu gestaltet.

Die Freikrippe

Sie schm√ľckt St√§dte und Pl√§tze und kann auch auf Wasser oder in park√§hnlichen Landschaften aufgebaut werden. Soll sie schon von Ferne gesehen werden, √ľbersteigt ihre Gr√∂√üe eine ma√üstabsgetreue Darstellung. Durch die Vielfalt der Einsatzm√∂glichkeiten k√∂nnen Freikrippen aber sehr unterschiedliche Gr√∂√üen haben.

Weitere Unterscheidungen von Weihnachtskrippen

Die genannten Grundtypen werden nicht nur bez√ľglich ihrer Gr√∂√üe in Gro√ükrippen und Miniaturkrippen unterschieden. Bedeutungsvoll ist ebenfalls ihre architektonische und technische Gestaltung. Dadurch entstehen Rundkrippen, Reliefkrippen, mechanische Krippen, Drehkrippen und Dreieck-Eckkrippen. Die Architektur entscheidet, ob die Krippe von einer oder mehreren Seiten erlebt werden kann. Mechanische und drehbare Krippen erm√∂glichen bewegte Szenen oder Szenenwechsel. Die Krippenfiguren sind entsprechend an die Gr√∂√üenverh√§ltnisse und regionalen Gegebenheiten angepasst.¬†¬†

Weihnachtskrippen lassen sich au√üerdem nach ihrem Grundaufbau unterscheiden. Entweder wird die Krippe wie eine B√ľhnenlandschaft aufgebaut, dann spricht man von einer Bretterkrippe. Oder sie ist fest in einer Kulissenrahmung wie in einer Kiste hineingebaut. Dann hei√üt sie Kastenkrippe.

Weihnachtskrippen lassen sich auch inhaltlich unterscheiden. Hier spielt eine Rolle, an welchem räumlich-geografischen Ort sich die gezeigte Weihnachtsgeschichte abspielen soll. Das kann eine freie Landschaft sein (Landschaftskrippe), der Tierstall (Stallkrippe) oder eine Höhle als Geburtsort (Höhlenkrippe) sowie ein Tempel in Anspielung auf die Sakralbauten zur Zeit Jesu (Tempelkrippe).

Ist der Schauplatz des Geschehens ausgew√§hlt, erfolgt eine weitere wichtige Unterscheidung. Soll sich die k√ľnstlerische Darstellung an den historischen Gegebenheiten in Pal√§stina vor 2000 Jahren orientieren? Dann wird von einer orientalischen Krippe gesprochen. Oder soll sich die Darstellung an den regionalen, sozialen oder landschaftlichen Besonderheiten orientieren, um auf die Lebenswelt der Betrachter einzugehen? Dann wird von Heimatkrippe, Milieukrippe oder Naturkrippe gesprochen. Krippen ohne geografisches Umfeld konzentrieren sich allein auf die Krippenfiguren und ihre Symbolkraft. Auch spezielle k√ľnstlerische Ausdrucksformen k√∂nnen eine Rolle spielen, wie bei den anthroposophisch gepr√§gten Krippen. Die Krippenfiguren erhalten Kleidung, die zum gew√§hlten Setting passen, um ein m√∂glichst harmonisches Bild abzugeben.¬†

Durch diese Vielzahl von Krippentypen haben sich regionale Besonderheiten ausgepr√§gt. Der jeweilige k√ľnstlerische Ausdruck unterliegt zus√§tzlich dem Wandel der Zeit und spiegelt sich in der Gestaltung der Krippe sowie der beteiligten Personen wider.¬†

Die Symbolik der Weihnachtskrippe

Die Weihnachtskrippe stellt zusammen mit dem Weihnachtsbaum die Geschichte von Weihnachten erst richtig dar. An Weihnachten feiern die Christen das Fest der Geburt Jesu. Er wurde geboren von Maria, in einem Stall in Bethlehem, weil, so schreibt es die Bibel, "in der Herberge kein Platz f√ľr sie war". Maria musste sich mit ihrem Verlobten Josef auf den Weg in ihren Geburtsort machen, um sich dort in Steuerlisten eintragen zu lassen. Maria nahm hochschwanger Platz auf einem Esel, da der Weg lang und beschwerlich war. Dennoch bekam sie Wehen und brachte in einem Stall ihr Kind zu Welt.

Jesu war ein besonderes Kind. Man sagte von ihm schon vor seiner Geburt, die durch einen Engel angek√ľndigt wurde, dass er der vom j√ľdischen Volk lang ersehnte Messias, der Sohn Gottes, sein wird und dass die Menschen durch ihn und seine Gebote gerettet werden w√ľrden. Daher war Jesu bereits vor seiner Geburt ein besonderer Mensch, dessen sich die Christen durch das Aufstellen von Weihnachtskrippen als Dekoration Jahr f√ľr Jahr an Weihnachten immer wieder neu bewusstmachen.

Daher stellen die Weihnachtskrippe und ihre Figuren nichts Anderes dar als die Szene der Geburt, wie sie in der biblischen Weihnachtsgeschichte erzählt wird. Dieses geschieht durch das Aufstellen von Krippenfiguren. Als Darstellung wird in der Regel immer ein Stall oder eine stallähnliche Konstruktion meist aus Kunstharz oder Holz genutzt. Darin werden dann Maria und Josef als Figuren betend vor dem Kind dargestellt. Mit im Stall der besagte Esel sowie ein Ochse, der bereits vor Ort war. Da der Stall auf einer Wiese gelegen haben soll, auf der Hirten mit ihren Schafen weideten, sind als weitere Krippenfiguren mehrere Hirten mit aufgestellt. Dazu gesellen sich Schafe und Ziegen. Als Krippenzubehör indes sind neben dem Stall oftmals eine Feuerstelle und auch ein Teelicht platziert.

Am 06. Januar, dem Tag der Heiligen Drei Könige, werden dann weitere Krippenfiguren zur Krippe gestellt, die die Könige darstellen sollen, die Jesu im Stall huldigen und ihm Geschenke mitbringen. Nicht selten kommt ein Kamel mit entsprechender Begleitung hinzu.

Weihnachtskrippen symbolisieren also das Geschehen rund um die Geburt Jesu. Es gibt aber auch Krippen, in denen nicht nur die Personen der Bibel aufgestellt werden, sondern auch Persönlichkeiten der Zeitgeschichte - oftmals Bischöfe oder der Kirche nahestehenden Menschen - dem Kind symbolisch ihre Aufwartung machen. Auch diese Charaktere sind als Krippenfiguren erhältlich. Letztlich ist die Zusammenstellung einer Weihnachtskrippe aber Geschmacksache.

Wo haben Weihnachtskrippen ihren historischen Ursprung?

Die uns heute vertraute Weihnachtskrippe zeigt mithilfe von Figuren und einer Modelllandschaft Bethlehems das Geschehen rund um die Geburt Jesu. Das Kind liegt in einer Futterkrippe. Maria und Josef stehen daneben, im Hintergrund die Hirten. Dazu kommen Ochse, Esel und die drei Weisen samt Verk√ľndigungsengel. Mehr als 1000 Jahre hat es gedauert, bis es zu dieser Darstellung der Weihnachtskrippe gekommen ist. Das kann verwundern. Bildet die Weihnachtskrippe nicht einfach nur ab, was die Evangelien von Lukas und Matth√§us schildern?

Bis zum Jahr 313 n. Chr. wurde das Urchristentum gr√∂√ütenteils verfolgt. In dieser ersten Phase diente die Geburtsst√§tte Jesu den Gl√§ubigen als Pilgerort. Dann erlaubte Kaiser Konstantin die Religionsfreiheit im R√∂mischen Reich und w√§hlte 324 n. Chr. das Christentum zur Staatsreligion. Sp√§testens ab diesem Zeitpunkt konnten die Fr√ľhchristen die Symbole ihres Glaubens offen zeigen. Das Krippenmotiv geh√∂rte von Anfang an dazu.

K√ľnstlerisch wurde es zun√§chst in Steinreliefs gestaltet. Ein solches Relief befindet sich beispielsweise in Mailand am Sarkophag des Stilicho. Es ist um 385 n. Chr. entstanden. An ihm f√§llt auf: Dargestellt wird nur das Kind in der Krippe mit Esel und Ochse daneben.

Weitere Krippengestaltungen finden sich in fr√ľhen Basilika-Kirchen des 5. Jahrhunderts. Dazu geh√∂ren die Papstbasilika Santa Maria Maggiore in Rom oder die Sant¬ī Appolinare Nuovo in Ravenna. Die Darstellungen erfolgen hier als Wandmosaike. Bildlich fehlen Maria und Josef weiterhin. Stattdessen werden die Heiligen Drei K√∂nige gezeigt.

Warum zeigen die ersten Krippen-Szenen das Jesukind allein mit Esel, Ochse oder den drei Weisen?

In den ersten Jahrhunderten des Christentums ‚Äď bis ins Mittelalter hinein ‚Äď war vor allem eine Bedeutung am wichtigsten: Das Jesukind besitzt die gr√∂√üte Macht auf Erden. Das wird bildstark und durch die Figuren ausgedr√ľckt, wenn die drei Weisen aus dem Morgenland vor ihm niederknien. Sie wurden im Laufe der Zeit sogar zu K√∂nigen erkl√§rt, obwohl das nicht in den Evangelien steht. Knien aber K√∂nige vor dem Jesukind, muss die Macht Christi gr√∂√üer sein als die aller irdischen Herrscher. Sogar Ochse und Esel dr√ľcken das aus. Die damalige Zeit brachte die beiden Tiere mit einem Spruch des Jesaja in Verbindung. Dieser lautet:

‚ÄěDer Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht‚Äú (Jes 1,3).

Lapidar formuliert: Wer nicht an Christus glaubt, ist d√ľmmer als Ochs und Esel. Die Tiere beziehen sich auf den Jesaja-Spruch und dr√ľcken aus, dass dieses Kind der ‚ÄěHerr‚Äú ist. Dabei ist zu beachten: Weder das Lukas-Evangelium noch Matth√§us erw√§hnen die Tiere Ochse und Esel. Die heute so vertraute Anwesenheit der Tiere an der Krippe, ist vom fr√ľhen Christentum regelrecht hinzugedichtet worden. Das Trienter Konzil (1545 ‚Äď 1563) wollte diesen ‚ÄěFehler‚Äú bei der Krippendarstellung gerne korrigieren. Das scheiterte ‚Äď und so sehen wir die Tiere bis heute an der Krippe stehen.

Erst im Mittelalter ab dem 12. Jahrhundert erscheint auch Maria in Bilddarstellungen neben der Krippe. Josef fehlt weiterhin. Dabei ist es Franz von Assisi, der im 13. Jahrhundert die erste plastische Krippenszene nachbildet. Im Jahr 1223 verzichtet er in der Stadt Greccio auf eine Weihnachtspredigt und stellt die Weihnachtsgeschichte mit lebendigen Tieren und Menschen nach.

Die Geburtsstunde der heutigen Krippen beginnt im 16. Jahrhundert. Zunächst wurden Glaskästchen in Kirchen aufgestellt, um Szenen der Weihnachtsgeschichte und der Passion modellhaft zu zeigen. Dann errichteten die Jesuiten im Jahr 1562 die erste Weihnachtskrippe in Prag - so wie sie heute bekannt ist. Seither verbreitet sich der gängige Brauch, Weihnachtskrippen mit ihren Figuren aufzustellen.

Die bekanntesten Krippenbauer und der Krippenpater

Die Kirchengestaltung ist untrennbar mit den Kunsthandwerken der Bildhauerei und Holzschnitzerei verbunden. Bestimmte Regionen wie der Spessart oder Berchtesgaden blicken dabei auf eine lange Krippentradition zur√ľck. Gerade die landwirtschaftlich gepr√§gten Regionen mit Bauer und Vieh zeigen oft eine tiefe Verbundenheit zum Krippenmotiv. Oft zeigt sich dies auch in der Gestaltung der Krippenfiguren. Je nach Region unterscheidet sich die Bekleidung der Figuren und ist den regionalen Gegebenheiten angepasst. Entsprechend hat auch der Krippenbau einige Meister dieser Zunft hervorgebracht.

Anna Schuster (1872-1939) aus Berchtesgaden

Ihr Vater Josef Kurz war ein Holzschnitzer. Von ihm lernte und √ľbernahm sie das Handwerk. Schusters kunstvolle Krippenschnitzereien dr√ľcken auch ihre enge Heimatverbundenheit aus. Zu ihrer W√ľrdigung stellt das Bayrische Nationalmuseum eine Weihnachtskrippe der Holzk√ľnstlerin als Dauerexponat aus.

 

Martin Scheible (1883-1954) aus Ulm

Eine sehr bekannte Weihnachtskrippe schuf auch der Bildhauer und Holzschnitzer Martin Scheible. Er hat als Bildhauer in gro√üen St√§dten wie M√ľnchen, Stuttgart und Berlin gewirkt. Eine kunstvolle Weihnachtskrippe schnitzte er 1923 f√ľr den Ulmer M√ľnster. Sie wird dort bis heute regelm√§√üig gezeigt. Um das k√ľnstlerische Werk zu sch√ľtzen, steht es hinter Glas auf dem Kreuzaltar.

Sebastian Osterrieder (1864-1932) aus Abensberg bei Regensburg

Der ber√ľhmteste Krippenk√ľnstler ist Sebastian Osterrieder. Er war ein B√§ckerssohn und musste seine Liebe zum Krippenbau lange Zeit zur√ľckstellen, um den kranken Vater zu unterst√ľtzen. Erst im Alter von 26 Jahren konnte er ein Studium der Bildenden Kunst in M√ľnchen beginnen. Die Osterrieder Krippen haben Weltrang. Eine befindet sich im Petersdom. Kaiser Wilhelm II., Kronregent Luitpold und Konrad Adenauer kauften jeweils eine Krippe von Osterried. Die gr√∂√üten Weihnachtskrippen mit jeweils ca. 40 Figuren schuf Osterried f√ľr den Linzer Mari√§-Empf√§ngnis-Dom sowie den Paderborner Dom.

Otto Zehentbauer (1880-1961) aus Landshut

Ber√ľhmt f√ľr seine Krippendarstellungen wurde auch der Bildhauer Otto Zehentbauer. Er stattete viele Kl√∂ster und Kirchen mit Weihnachtskrippen aus. Gew√ľrdigt wird seine Leistung auf einer Weihnachtsbriefmarke der Deutschen Post. Sie zeigt die Zehentbauer-Krippe im M√ľnchener Dom.

Sieger Köder (1925-2015) aus Wasseralfingen

Das 20. Jahrhundert blickt mit Sieger K√∂der auf einen bedeutenden Weihnachtskrippenbauer zur√ľck. K√∂der lie√ü sich als Edelmetallschmied und bildender K√ľnstler ausbilden. Anschlie√üend wurde er Theologe und Pfarrer. Eine ber√ľhmte K√∂der-Weihnachtskrippe steht in der Kirche St. Stephanus in Aalen-Wasseralfingen.

Siegfried Schneider (1894-1935) aus Mettingen

Der Franziskaner-Pater Siegfried Schneider schuf keine eigenen Weihnachtskrippen. Er ließ sich aber von der ersten Krippe des Heiligen Franziskus in Greccio inspirieren und wurde Schriftsteller und Vortragsreisender in Sachen Krippenbau. Er regte dazu an, die Krippentradition in Liebe weiterzupflegen. Darum erhielt er den Namen Krippenpater.

Weihnachtskrippen und Krippenfiguren bei Käthe Wohlfahrt

Krippen und die dazu passenden Figuren gehören zur Weihnachtszeit wie Nussknacker, Räuchermännchen und Pyramiden und sind fester Bestandteil der Weihnachtsdekoration bei Käthe Wohlfahrt. In unserem Shop finden Sie eine große Auswahl an Krippen, Krippenfiguren und Krippenzubehör zum Aufstellen während der schönen Weihnachtszeit. Liebevoll hergestellt und in hoher Qualität, aus verschiedenen Materialien wie Kunstharz und Holz.